Bürger beteiligen sich an Wiener Solarkraftwerk

Alle Wiener können sich jetzt Pholovoltaik-Flächen beim Bürgersolarkraftwerk kaufen
Alle Wiener können sich jetzt Pholovoltaik-Flächen beim Bürgersolarkraftwerk kaufen ©Bilderbox
Jeder Bürger kann ab sofort Anteile an einem ganz eigenen Solarkraftwerk erstehen. Nicht nur der Umwelt wird Gutes getan, auch die Rendite kann sich im Vergleich zum Sparbuch sehen lassen.

Durch die Initiative sollen insbesondere jene Bürger, die kein eigenes Haus bzw. keine eigene Dachflächen besitzen, die Möglichkeit bekommen, durch eine Beteiligung am Ausbau von erneuerbaren Energien mitwirken. “Wir wissen aus vielen Diskussionen, dass Menschen sich gerne in diesem Bereich engagieren wollen”, erklärte Finanzstadträtin Renate Brauner (S) in einer Pressekonferenz den Hintergrund des Projekts. Der gewonnene Ökostrom wird ins normale Stromnetz eingespeist.

Bürger können Solarmodule erwerben

Das Modell im Detail: Bürger können bei der Wien Energie Photovoltaik-Module des Kraftwerks erwerben. Die Wien Energie mietet diese Paneele von den Eigentümern zurück und zahlt dafür eine jährliche Miete. Zudem ist das Unternehmen für die Errichtung und die Instandsetzung der Anlagen zuständig und betreibt diese. Jede Anlage besteht aus 2.100 Photovoltaik-Modulen mit einer Leistung von 500 Kilowattpeak (kWp). “Das heißt, mit der Anlage, die heute sozusagen startet und die wir voraussichtlich im Mai eröffnen werden können, hat man die Möglichkeit, zunächst einmal Strom für 200 Haushalte zu produzieren”, erklärte Energiestadträtin Maria Vassilakou (G). Die erste Anlage wird am Freigelände des Wien Energie-Kraftwerks Donaustadt errichtet.

Ein halbes Paneel kostet 475 Euro, ein ganzes 950 Euro. Offizieller Verkaufsstart war heute, Dienstag. Mit der Einzahlung eines Erlagscheins, der per Post zugestellt wird, tritt der Vertrag mit Wien Energie in Kraft. Die Laufzeit betrage mindestens fünf Jahre, eine vorzeitige Kündigung sei jedoch möglich. Die jährliche Vergütung beträgt laut Brauner pro Paneel rund 30 Euro. Nach Ablauf der Lebensdauer der Anlage – nach etwa 25 Jahren – kauft die Wien Energie die Photovoltaik-Module zurück und der Beteiligungsbetrag fließt zur Gänze an die Investoren retour.

Wien will Sonne besser nutzen

Vassilakou stellte in der Pressekonferenz auch die Ziele der Stadt klar: “Ja, wir möchten, dass die Stadt die Sonnenenergie bestmöglich nutzt. Wir wollen eine der führenden Solarstädte Europas sein.” Bis 2030 soll in Wien der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei 50 Prozent liegen.

Vassilakou betonte in der Pressekonferenz außerdem, dass es in Wien in Sachen Solarkraft noch sehr viel ungenutztes Potenzial gebe. 55 Prozent der Wiener Dachflächen seien grundsätzlich geeignet für die Nutzung der Sonnenenergie: “In Summe haben wir in Wien ein Potenzial von 29 Mio. Quadratmetern nutzbarer Dachflächen”, veranschaulichte die Stadträtin. In Summe gebe es in der Bundeshauptstadt circa 650 Photovoltaikanlagen. Diese würden den Jahresstrombedarf für rund 2.400 Haushalte produzieren.

Beteiligung am Solarkraftwerk

Eine Beteiligung am Solarkraftwerk ist mit einem Klick für jeden möglich.

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