Buch sei ein rein fiktives Werk

Nach der Absage der Veröffentlichung seines Buches sowie seines umstrittenen Fernsehinterviews hat O.J. Simpson Berichte zurückgewiesen, er habe darin ein Mordgeständnis abgelegt.

Der Titel „If I Did It“ (Wenn ich es getan hätte) sei nicht seine Idee gewesen, sagte Simpson am Mittwoch dem Radiosender WTPS-AM in Miami. Es handele sich um ein fiktives Werk. Auf die Frage, ob er seine Exfrau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman 1994 umgebracht habe, antwortet er mit einem klaren Nein.

Er habe seinen Verlegern von Anfang an klar gemacht, dass er mit dieser Bluttat nichts zu tun habe, betonte Simpson. Also habe er auch nichts zu gestehen. Er erklärte ferner, dass er für das Buch zwar einen angemessenen Vorschuss erhalten habe, aber keine 3,5 Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) wie von den Medien behauptet. Er habe in dem Buch sein Leben mit Nicole sowie ihre Beziehung nach der Scheidung aufarbeiten wollen. Dennoch sei vieles darin frei erfunden, insbesondere mit Bezug auf den Mord. „Wenn ein Staatsanwalt das lesen würde, würde er sagen, dass das alles unmöglich sei“, erklärte Simpson.

Brown Simpson und Goldman wurden am 12. Juni 1994 vor ihrem Haus getötet. Simpson wurde 1995 in einem Aufsehen erregenden Mordprozess freigesprochen. Später wurde er in einem Zivilprozess für den Tod der beiden verantwortlich gemacht und zu Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe verurteilt. Das Buchprojekt sowie das dazugehörige Fernsehinterview wurden am Montag nach massiven Protesten aus der Öffentlichkeit abgesagt.

Umstrittenes Mord-Buch von O.J. Simpson bei Ebay aufgetaucht

Ein Exemplar des zurückgezogenen Buches von Ex-Football-Star O.J. Simpson ist am Mittwoch kurzzeitig im Internet-Auktionshaus Ebay angeboten worden. Das Buch mit der fiktiven Mordbeichte Simpsons stieß umgehend auf große Resonanz. Innerhalb von drei Stunden wurden mehr als 50 Gebote abgegeben. Das höchste lag bei 1600 Dollar, bevor die Versteigerung abgebrochen wurde. „Wir haben Ebay gebeten, das Buch aus der Auktion zu nehmen“, sagte eine Sprecherin des US-Verlags Harper Collins. „Wir tun alles, was wir können, damit alle Exemplare vernichtet werden.“

Der zum Medienkonzern News Corp gehörende Verlag hatte nach einem Proteststurm in den USA das Buch kurz vor seinem geplanten Verkaufsstart zurückgezogen. Simpson hatte angekündigt in dem Buch mit dem Titel „If I did it“ („Wenn ich es getan hätte“) hypothetisch zu beschreiben, wie er den Mord an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman verübt hätte. Der Footballspieler und Schauspieler war 1995 in einem spektakulären Strafprozess vom Vorwurf freigesprochen worden, die Morde verübt zu haben.

Der texanische Anbieter auf Ebay hatte in einer Anmerkung zu dem Buch geschrieben: „Ob er schuldig ist oder nicht, ein Geschworenengericht befand ihn unschuldig. Wer sind wir, dass wir darüber urteilen? Ich habe eine echte Kopie des Buches erhalten, habe sie nicht gelesen, will sie auch nicht lesen, will sie aber verkaufen.“ Ebay erklärte, der Verlag habe rechtliche Schritte wegen Diebstahl geistigen Eigentums eingeleitet. Im Zusammenhang mit dem Verkaufstart führte der News-Corp-Fernsehsender Fox auch zwei Interviews mit Simpson. Auch sie wurden abgesetzt. Es ist aber gut möglich, dass auch sie bald im Internet auftauchen.

Das Gerichtsverfahren gegen Simpson, das in den USA oft als „Jahrhundertprozess“ bezeichnet wurde, war direkt im Fernsehen übertragen worden und hatte auch im Ausland für Aufsehen gesorgt. Obwohl Simpson im Strafverfahren freigesprochen wurde, verurteilte ein Zivilgericht ihn später zur Zahlung von 33,5 Millionen Dollar Schadenersatz an die Hinterbliebenen. Viele Indizien, darunter der abenteuerliche, im Fernsehen übertragene Fluchtversuch des Footballstars, deuteten darauf hin, dass Simpson der Mörder sein könnte. Am Ende wurden in dem Strafprozess aber nicht genügend Beweise für eine Verurteilung zu Tage gefördert, ein anderer Täter wurde nie ermittelt.

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