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Britney Spears in Wien

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US-Superstar bot in nicht gefüllter Stadthalle bei ihrem ersten Konzert in Wien eine nicht besonders überzeugende Show - nur punktuelle "Britney-Hysterie".

In ein Hotel, das auch die dunkelsten Träume erfüllt, checkte am Samstag das Wiener Pop-Publikum ein: US-Superstar Britney Spears machte mit ihrem fahrbaren „Onyx-Hotel“ zu ihrem ersten Österreich-Konzert in der Hauptstadt halt. Mit der unpersönlichen Trainerin gab’s in der nicht ausgebuchten Stadthalle Powerstep-Privatstunden im Stundenhotel. Und die waren keinesfalls so aufregend, wie der Prospekt versprochen hatte. Ein Fall für die Reiseleitung.

“Britney against the music”


Britney kämpfte nicht nur gegen teils nicht gerade glücklich gewählte Kleidung (schwarz macht nicht immer schlank, vor allem nicht, wenn es ein eng anliegendes Lacklederdress im Jeanette Biedermann-Look ist). Sondern auch „against the music“: Denn im Lautstärkenwettstreit mit der krachenden Band hat man ihren Gesang selten gehört. Meistens war es eher ein effektbeladenes Flüstern wie aus dem Abmischkurs für berechnende Starmacher, Motto: Wie verkläre ich das Bild eines Stars durch zu wenig irdische Präsenz. So wurde es letztlich egal, ob sie nun hat oder nicht. Gesungen. Dass sie das andere schon hat, naja. Wir wissen es. Auch wenn mit „Touch Of My Hand“ ihre retrospektive Hymne an die vorkoitale Phase der persönlichen Sexualhistorie erklang.


Apropos „Touch Of My Hand“: Ach ja, der Skandal. Britney nur in rosa Unterwäsche. Masturbation simulierende Tänzer, die sogar auf schwul tun (welch’ Überraschung). Kreisende Hintern und wandernde Hände. Das ganze hatte jedoch die Erotik eines Videotrailers für „Playboy’s Teuerste Unterwäsche“ (empfohlenes Verkaufsalter: ab 12). Und absonderlich ausdauernd war’s auch nicht. Zehn Minuten mit Dauer-Interruptus. Eher nur gut für’s erste Mal. Echt war nur ein Kuss (diesmal jedoch mit einem Mann). Der Applaus war enden wollend, wohl aber nicht deshalb, weil auch im Publikum die zweite Hand beschäftigt war.

“Punktuelle” Britney-Hysterie


Dass beim neuen Britney-Image im Publikum (sehr gemischt mit leicht erhöhtem Mädchen-Anteil und vielen Vätern mit Vorzeige-Kind) nicht jeder mitwollte, war den gesamten Abend zu merken, die Britney-Hysterie war sehr punktuell. Einige klammerten sich an das frühere Kleinmädchen-Bild. Man will sich jedoch gar nicht vorstellen, wofür die vom Publikum ins Spears’sche Erotik-Schlafzimmer geworfenen Stofftiere nach der Show herhalten müssen. Die neue Britney verwendet anderes Spielzeug und behandelte die Kindergaben dementsprechend, nach Kuscheln sah auf der Bühne niemand aus.


Schon gar nicht der rülpsende Domina (oder doch Domino?)- Portier aus der Britney Horror Bühnenshow im wohl in Kalifornien liegenden Hotel, der durch den Abend führte (und die Umziehpausen füllte). In die Hotelbar (mit verjazzten Versionen alter Hits wie „Baby One More Time“, „Oops“ und „Crazy“), in die Badewanne (wo Britney ihr videobekanntes fleischfarbenes Glitzernichts anhatte). Und ins Schlafzimmer.


Im All inclusive-„Onyx“-Hotel wird jeder bedient. In der gar nicht so Mini-Bar: Romantisches Popgirlyträumen (bei „Shadow“ schwebte Britney als unschuldiges Mädchen auf einer Schaukel hoch über der Bühne). Balladeske Annäherung an Celine Dion-Pathos hinter (automatischem) Blumenklavier. Viele Choreografien aus der Kunstschul-Abschlussklasse „Moderner Disco-Tanz“. Ein bisschen Witz (mit einem selbstironischen Verweis auf die Kurzehe – „Wenn ihr wirklich Glück habt, vielleicht heirate ich euch heute“). Ein bisschen Sex. Ein bisschen Kinderpop. Doch die Portionen in den Minibars waren schon immer zu klein, um abendliche Gelüste zu befriedigen.


Die überbordende Vielseitigkeit (komplett mit Charity- und Frauenrasierer-Werbung) der Show zeigte Britney als Sklave des Images. Egal, welches. Der Traum, der im Onyx-Hotel erfüllt wurde, war der amerikanische, der vom kaufbaren Allround-Publikum. Als Zusatz-Kanal im Hotelfernsehen war Britney jedenfalls stark wegzap-gefährdet. Entweder zum Disney Channel. Oder gleich ins Pay TV.

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  • Redaktion: Elisabeth Skoda

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