Britischer Fußballfan erstochen

Die bisher verhältnismäßig friedlich verlaufene Fußball-Europameisterschaft in Portugal wird seit Dienstag von einem Todesfall überschattet.

Dienstag früh wurde im Lissabonner Stadtteil Baixa ein englischer Fußballfan erstochen. Ein Ukrainer wurde als Tatverdächtiger verhaftet. „Das hat nichts mit der Euro 2004 zu tun“, erklärte ein Polizeisprecher. Der Ukrainer habe vermutlich versucht, dem Engländer die Brieftasche zu stehlen. In Lissabon hatte am Montagabend das Spiel der Gruppe B zwischen England und Kroatien (4:2) stattgefunden.

Der 27-jährige Brite sei am Dienstag gegen vier Uhr Ortszeit (5.00 Uhr MESZ) in der Rua Augusta ums Leben gekommen, sagte Polizei-Kommissarin Isabel Canelas. Das Opfer erlitt einen Stich ins Herz und erlag später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. „Alles, was wir bis jetzt mit Bestimmtheit sagen können, ist, dass ein britischer Fan in Lissabon erstochen worden ist“, sagte ein Sprecher des englischen Außenministeriums in London in einer ersten Reaktion. Den Namen des Opfers wolle man erst dann nennen, wenn dessen Angehörigen informiert worden seien. Der Ukrainer werde, so Canelas, noch am Dienstag einem Gericht vorgeführt.

Ursprünglich hatte es geheißen, dass es sich bei dem vermeintlichen Täter um einen Fan aus Kroatien handle. England hatte Kroatien im letzten Spiel der Gruppe B mit 4:2 besiegt und war dadurch ins Viertelfinale gegen Portugal (Donnerstag, 20.45 MESZ) eingezogen. Die Kroaten sind damit aus der EM ausgeschieden. Direkt nach dem Spiel war es zu keinen nennenswerten Ausschreitungen gekommen.

Randale gab es dafür in Wien: Nach der 2:4-Niederlage ihrer Nationalmannschaft gegen England versammelte sich am Montag gegen 22.30 Uhr im Bereich der Ottakringer Straße im gleichnamigen Bezirk eine Gruppe jugendlicher Kroaten und begann zu randalieren. Während die Einsatzkräfte der Exekutive eintrafen, wuchs die Menge auf 400 bis 500 Personen an, die zunehmend aggressiver agierten. Der gesamte Verkehr auf der Ottakringer Straße und in den angrenzenden Seitengassen kam zum Erliegen.

Von den Randalierern wurden u.a. Flaschen, Sesselbeine und Knallkörper auch gegen die Beamten geworfen, wobei vier Beamte leicht verletzt wurden. Zwei Kroaten wurden festgenommen. Erst gegen Mitternacht beruhigte sich die Situation wieder.

Redaktion: Michael Grim

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