Brennender Frachter vor Südafrikas Küste

Kaum zehn Kilometer vom ökologisch einzigartigen Naturschutzgebiet St. Lucia entfernt wurde das 190 m lange Schiff von der aufgewühlten See auf die Felsen geschoben

Kaum zehn Kilometer vom Naturschutzgebiet St. Lucia entfernt

Der vor zwei Tagen von seiner Mannschaft aufgegebene italienische Frachter „Joly Rubino“ hat am Donnerstagabend auf einem Felsriff vor Südafrikas Ostküste festgesessen.

Das Fernsehen zeigte am Abend Bilder vom Deck des Havaristen, aus dem Flammen und Rauch drangen. Windgeschwindigkeiten um die 90 Stundenkilometer machten das Schiff zum Spielball der Wellen. An Bord befinden sich Chemikalien, Luxusautos sowie 1.100 Tonnen Treibstoff und 225 Tonnen Schweröl.

Versuche, Bergungsmannschaften an Bord zu bringen, waren an den stürmischen Wetterverhältnissen, den Flammen sowie den als giftig eingeschätzten Rauchschwaden gescheitert. Luftbilder zeigten schwere Explosionszerstörungen an den weiter brennenden Decksaufbauten. Die mit der Bergung beauftragte Firma ließ einen Spezialisten aus den Niederlanden einfliegen, um die Risiken abzuwägen. Durch Lecks wird eine Gefährdung des Naturschutzgebietes befürchtet. Das St. Lucia-Feuchtgebiet ist von der UNESCO wegen seiner einmaligen Artenvielfalt auf die Liste des Welterbes gesetzt worden.

In den südafrikanischen Medien äußerten Schifffahrtsexperten die Befürchtungen, dass das 31 262 Bruttoregistertonnen schwere Schiff kaum noch zu retten sei. Der Lotse Ed Jamieson wurde mit den Worten zitiert: „Das ist das dramatischste See-Unglück, das wir hier in den vergangenen Jahren erlebt haben.“

Die 22-köpfige Besatzung war Dienstagnacht nach einem SOS-Ruf per Helikopter von Bord geholt worden. Das Schiff befand sich in rauer See auf dem Weg vom südafrikanischen Hafen Durban nach Mombasa in Kenia. Der Brand war aus noch ungeklärter Ursache auf der Höhe von Richards Bay im Maschinenraum ausgebrochen. Vorsorglich wurden Ölbekämpfungsschiffe und Aufklärungsflugzeuge zu dem brennenden Schiff beordert.

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