Brasilien-Schwerpunkt im Filmmuseum

Im Rahmen der Wiener Festwochen präsentiert das Österreichische Filmmuseum von 25. Mai bis 26. Juni die bisher größte Retrospektive zum brasilianischen Kino, die bisher in Österreich zu sehen war. Kino-Programm

Das Programm spannt einen Bogen von der Avantgarde der 1920er Jahre bis zu Filmen der Gegenwart. Von 31. Mai bis 5. Juni wird zudem eine Werkauswahl des US-Independent Filmers Warren Sonbert gezeigt.

Die Auswahl der rund 50 Filme der Brasilien-Retrospektive orientiert sich an der wichtigen Rolle, die das Kino für die Aufbruchsbewegungen und populär-oppositionellen Kunstströmungen Brasiliens in den vergangenen 100 Jahren spielte. Im Mittelpunkt steht das vom italienischen Neorealismus und der Nouvelle vague beeinflusste Cinema Novo, jene weltweit gefeierte und einflussreiche Erneuerung des brasilianischen Kinos in der 60er Jahren, die von Regisseuren wie Glauber Rocha, Nelson Pereira dos Santos oder Ruy Guerra in Gang gesetzt wurde.

Im Anschluss an die wirtschaftliche und soziale Modernisierung Brasiliens nach dem Zweiten Weltkrieg – und zugleich als kritisches Korrektiv der politischen Entwicklung – blieb das Cinema Novo weit über den Beginn der Militärdiktatur im Jahr 1964 hinaus prägend für den intellektuellen Diskurs in Lateinamerika und Europa.

Der in Europa kaum bekannte Filmemacher, Theoretiker und Lehrer Warren Sonbert (1947-1995) gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Filmkünstler seiner Generation. Das Filmmuseum stellt neben einer umfassenden Werkauswahl auch Bezugspunkte für Sonberts Schaffen vor: das Umfeld Andy Warhols, in dem Sonbert seine ersten Filme realisierte, sein (neben Douglas Sirk) großes Mainstream-Idol Alfred Hitchcock und Dziga Vertov, zu dessen Montage-Symphonien er ein großes Nahverhältnis empfand.

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