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Brandanschläge in Saloniki

Unbekannte haben in der Nacht auf Dienstag in griechischen Hafenstadt Saloniki  Brandanschläge auf Bankfilialen und  Büros der regierenden Panhellenischen Sozialistischen Bewegung verübt.

Wie der griechische Rundfunk berichtete, entstand geringer Sachschaden. Die Täter hätten kleine Camping-Gasflaschen zusammengebunden und sie vor den Eingängen der Gebäude angezündet, hieß es nach Angaben der Feuerwehr. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter Sympathisanten der zerschlagenen linksextremistischen Untergrundorganisation “17. November” (17N) waren. Ein Gericht in Athen hatte am Montag 15 Mitglieder der Terrororganisation wegen mehrfachen Mordes, Bombenanschlägen und Raubüberfällen für schuldig befunden. Die Verurteilten müssen nach Einschätzung von Juristen mit lebenslangen Haftstrafen rechnen. Das Gericht wird voraussichtlich Anfang kommender Woche das Strafmaß verkünden.

Die Gruppe “17. November”, die sich nach dem Datum der blutigen Niederschlagung des Athener Studentenaufstandes gegen die Militärdiktatur im November 1973 nennt, hat in mehr als einem Vierteljahrhundert 23 Menschen ermordet, darunter Diplomaten, Unternehmer, Verleger und Politiker, und Dutzende von Bombenanschlägen verübt. Prominente Anschlagsopfer waren der konservative Parlamentsabgeordnete Pavlos Bakoyannis, Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantin Mitsotakis und Ehemann der heutigen Athener Bürgermeisterin, der CIA-Resident in Athen, Richard Welch, und Diplomaten aus Großbritannien und der Türkei.

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