Brandanschlag in Südkorea

Bei einem Brandanschlag in der U-Bahn der südkoreanischen Stadt Daegu sind am Dienstag möglicherweise mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.

Dies berichtete der Fernsehsender YTN. Die Polizei bestätigte zunächst vier Todesopfer sowie 134 Verletzte. Ein Verdächtiger wurde festgenommen. Daegu liegt 320 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Seoul.

Laut YTN wurden bereits 14 Todesopfer gefunden. Die Polizei erklärte, sie wisse noch nicht, wie viele Menschen sich noch im Bereich der U-Bahn befänden. Der 46-jährige mutmaßliche Täter hatte offenbar versucht, in einem Waggon einen mit Brandbeschleunigungsmittel gefüllten Milchkarton anzuzünden.

U-Bahn-Gäste versuchten den Angaben zufolge, ihn davon abzuhalten. Dabei gab es eine Explosion, ein Feuer brach aus. Was das Motiv für die Tat war, war noch unklar. Auch über mögliche politische Hintergründe war nichts bekannt. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert, wie Polizeisprecher Kim Byong-Hak sagte. Der gesamte U-Bahn-Bereich wurde gesperrt. Auch der Straßenverkehr kam teilweise zum Erliegen, weil Krankenwagen die Straßen verstopften.

Das Feuer breitete sich rasch aus, schien am frühen Nachmittag (Ortszeit) jedoch unter Kontrolle zu sein. Ein 57-jähriger Mann wurde unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen und verhört.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie dicker scharzer Rauch aus dem U-Bahnschacht quoll. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Polizisten und Feuerwehrleute brachten die Verletzten auf Tragen zu drei nahe gelegenene Krankenhäusern in Südkoreas drittgrößter Stadt. Der giftige Qualm erschwerte die Rettungsarbeiten. Helfer sagten, mehrere Menschen, unter ihnen zwölf U-Bahn-Mitarbeiter, säßen noch unter der Erde fest.

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