Botschaft von im Irak Entführen online

Eine kalifornische Zeitung hat angebliche Audio-Botschaften von fünf im Irak entführten Mitarbeitern einer US-Sicherheitsfirma (darunter auch ein Österreicher) im Internet online gestellt.

Unter den Mitte November entführen Mitarbeitern der „Crescent Security Group“ befindet sich auch der 25-jährige Österreicher Bert Nussbaumer. Wie die Zeitung „The Tribune“ aus San Luis Obispo, 250 km nordwestlich von Los Angeles, berichtet, habe man Reportern der McClatchy Company ein Video gezeigt, das die vier Amerikaner und den Österreicher zeige.

Das genaue Entstehungsdatum der Aufnahme sei zwar nicht bekannt, dennoch aber ein Beweis dafür, dass die Männer die Entführung überlebt hätten, so die Zeitung. Ein Textinsert im Video zeige als Datum “14-4-2006“, das bedeute aber bloß, dass die Entführer das Datum auf der Kamera nicht richtig eingestellt hatten.

Die Reporter hätten das Video selbst nur sehen dürfen, aber keine Kopie davon bekommen. Sie hätten lediglich eine Tonaufnahme anfertigen dürfen, entsprechend schlecht ist auch die Qualität der Aufnahme. Auf dem Audio sind zunächst zwei der vier amerikanischen Geiseln zu hören, bevor Nussbaumer – er wird von der „Tribune“ als dunkelhaarig bezeichnet – zu Wort kommt. Er spricht in englischer Sprache, erkennbar mit österreichischem Akzent, folgende Worte (ORF-Übersetzung): „Mein Name ist Bert Nussbaumer. Ich bin 25 Jahre alt, Wien, österreichischer Staatsbürger und ich will (… unverständliche Passage …) mit meinen Freunden aus dem Irak.“

Wie die Zeitung weiter schreibt, hätten die Reporter der McClatchy Company (das Unternehmen ist der zweitgrößte Zeitungseigentümer in den USA mit 32 Blättern) das Video unter der Bedingung zu sehen bekommen, dass sie ihren Informanten und die Umstände des Treffens nicht preisgeben.

Der Kontaktmann habe erklärt, das Video sei als Beweis gedreht worden, dass die fünf Männer am Leben seien. Ebenso könne man optimistisch sein, dass die vier Amerikaner und der Österreicher bald freikommen könnten. Sie würden sich in den Händen einer eher unbekannten militanten schiitischen Gruppe namens „Mujahedeen of Jerusalem Company“ befinden.

Das Video wurde laut „Tribune“ offenbar an verschiedenen Orten oder zumindest zu verschiedenen Zeiten gedreht. Nussbauer trete gemeinsam mit zwei anderen Geiseln, John Young (44) und Jonathan Cote (23) auf. Alle drei stehen demnach, an den Händen vor dem Körper gefesselt, nebeneinander vor einem Hintergrund, aus goldfarbenen Vorhängen. Sie tragen einheitliche weiße T-Shirts, graue pyjama-artige Hosen und Socken. Die Kamera zoomt zu den Geiseln, während sie sprechen. Offenbar seien sie in halbwegs guter Verfassung, zwar nicht frisiert, aber doch immerhin rasiert.

Das Außenamt bezeichnete am gestrigen Donnerstagabend die Existenz eines solchen Videos als Gerücht. Die Tonaufnahme, die man von der Crescent Security Group erhalten habe, werde von Experten noch eingehend untersucht. „Noch gibt es keine gesicherten Informationen darüber, ob sie authentisch ist und von wann die Aufzeichnung stammt“, so Außenministerin Ursula Plassnik. „Das Auftauchen der Aufnahme ist für uns jedenfalls ein weiterer Ansporn, unsere intensiven Bemühungen um die Freilassung des Österreichers konsequent fortzusetzen“, ist einer Presseaussendung des Außenamts zu entnehmen. Gemeinsam mit dem Innen- und dem Verteidigungsministerium werde alles unternommen, um den Aufenthaltsort des Entführten zu klären. „Der Krisenstab des Außenministeriums, dem auch Vertreter des Innen- und Verteidigungsministeriums angehören, tagt regelmäßig“, so Plassnik.

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