Bossi will wieder Führung seiner Lega Nord übernehmen

Will wieder übernehmen: Umberto Bossi.
Will wieder übernehmen: Umberto Bossi. ©EPA
Drei Wochen nach seinem Rücktritt will der Chef von Italiens rechtspopulistischer Oppositionspartei Lega Nord, Umberto Bossi, wieder das Ruder der Gruppierung übernehmen, die er vor 25 Jahren gegründet hatte.

Der 70-jährige Bossi, der infolge eines ausgedehnten Skandals um Veruntreuung von Parteigeldern zurückgetreten war, kündigte an, dass er bei dem am 29. und 30. Juni geplanten Kongress der Lega seine Kandidatur für die Parteiführung einreichen werde. Seine Kandidatur könne dem Zusammenhalt der Partei dienen, sagte er nach Angaben italienischer Medien.

“Es wurden lediglich Fehler gemacht”

Bossi bestritt seine Verwicklung in den Skandal um illegale Parteienfinanzierungen, die auch seine Söhne betrifft. “Niemand hat Geld gestohlen, es sind lediglich Fehler gemacht worden”, versicherte der Lega-Gründer.

Die Lega Nord ist wegen der Affäre stark unter Druck geraten. Aus Ermittlungen der Mailänder Staatsanwaltschaft geht hervor, dass der zurückgetretene Schatzmeister der Lega Francesco Belsito und Bossi Gelder aus den Parteikassen entwendet haben sollen. Schwere Vorwürfe wurden auch gegen Bossis Söhne Renzo und Riccardo erhoben. Mehr als 200.000 Euro aus den Lega-Kassen sollen illegal an Bossis Söhne geflossen sein, weitere 200.000 bis 300.000 Euro an die Lega-Gewerkschaft SinPa, vermuten die Ermittler. Dabei geht es um die Verwendung von Millionen aus dem Topf der Wahlkampfkostenerstattung, die der Lega jährlich zufließt. Infolge des Skandals war Bossi zurückgetreten.

Empfindliche Verluste für Lega Nord erwartet

Bossi hatte bisher stets behauptet, dass er von den Geldern die seinen Angehörigen zuflossen, nicht informiert gewesen sei. Die Ermittlungen gegen die Lega werden auch von den Staatsanwälten von Reggio Calabria geführt. Sie wollen überprüfen, ob Belsito Gelder der ‘Ndrangheta, dem Arm der Mafia in der süditalienischen Region Kalabrien, gewaschen habe.

Wegen des Skandals drohen der Lega Nord schwere Stimmenverluste bei den am kommenden Sonntag und Montag geplanten Teilkommunalwahlen. Der Urnengang, zu dem neun Millionen Italiener aufgerufen sind, ist der erste Wahltest seit dem Ende der Amtszeit des im November zurückgetretenen Premiers Silvio Berlusconi.

(APA)

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