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Bombenattrappen kamen aus Wien

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Knapp eine Woche, nachdem drei Bomben-Attrappen die Salzburger Altstadt am vergangenen Freitag mehrere Stunden lahm gelegt hatten, sickerten jetzt weitere Details durch.

Die drei gelben Postpakete mit dem verdächtigen Inhalt wurden bei der Firma „Direkt Kurierdienst“ in Wien aufgegeben, berichtete die Tageszeitung “Österreich“ in ihrer Ausgabe von heute, Donnerstag. Die Salzburger Kriminalpolizei hält sich weiterhin bedeckt.

Ein Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren brachte die Pakete in einer großen, blauen Tasche bereits am Dienstag, 28. November, in die Geschäftsstelle des Kurierdienstes im 12. Wiener Gemeindebezirk. Drei Tage später wurden die Pakete mit den in Rucksäcken verpackten Bomben-Attrappen in den Salzburger Altstadt-Filialen der Raiffeisenkasse, Oberbank und Salzburger Sparkasse abgegeben.

Nach Angaben des Kurierdienst-Mitarbeiters, der die Pakete in Wien entgegengenommen hatte, war das Auftreten des Mannes verdächtig. Bei einer Außentemperatur von plus 15 Grad „trug er eine dicke Jacke, eine Haube und Handschuhe. Er wirkte nervös und hat das Ganze schnell erledigt.“ Der Mann habe ein schönes Hochdeutsch gesprochen. Die Rechnung bezahlte er in bar. Der Verdächtige hatte allerdings eine falsche Absenderadresse angegeben.

Die etwa 40 mal 30 mal zehn Zentimeter großen Pakete waren an die Filialleiter der Banken adressiert. Am Freitag um 13.10 Uhr – also rund drei Stunden, nachdem das erste Paket in der Raika geöffnet worden war – konnten Experten des Entschärfungsdienstes Entwarnung geben.

In einem am Computer verfassten Schreiben hatte der Erpresser keine konkrete Summe, sondern „einen Koffer voll Geld“ gefordert und das Einschalten der Polizei untersagt, ansonsten werde er die Bombe zünden. Die Geldübergabe sollte am Hauptbahnhof in München über die Bühne gehen. Ein Geldbote – es handelte sich um einen Polizisten – setzte sich mit einem Koffer in Salzburg in einen Zug und reiste in die Bayerische Hauptstadt. Da keine Kontaktperson auftauchte, kehrte der Bote wieder nach Salzburg zurück.

Der Verdächtige, der die Pakete beim Kurierdienst in Wien aufgegeben hatte, wurde sogar von der Überwachungskamera des Geschäftes gefilmt. Die Tageszeitung “Österreich“ veröffentlichte die Videoaufnahmen auf ihrer Homepage. Dennoch hält sich die Salzburger Kriminalpolizei aus „kriminaltaktischen Gründen“ bedeckt und gibt derzeit keine Informationen über den aktuellen Ermittlungsstand an die Medien weiter.

Der Leiter des Landeskriminalamtes, Albert Struber, sagte gegenüber der APA, er nehme den Bericht in “Österreich“ kommentarlos zur Kenntnis, dementiere ihn aber nicht. Der Oberst machte kein Hehl daraus, dass die ans Tageslicht gelangten Details für die Ermittlungen nicht förderlich seien. „Wir warten noch die Ergebnisse der Spurenauswertung für einige Abgleiche ab. Wir halten uns auch deshalb bedeckt, weil wir niemanden verschrecken wollen.“

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