Bohlen: Erfolg von Tokio Hotel ist "Fake"

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Pop-Titan Dieter Bohlen kennt sich aus mit Kommerz - und sagt ausgerechnet der Erfolgsband Tokio Hotel ein baldiges Ende voraus.
Dieter Bohlen Moscow 2009 HQ Part1
Tokio Hotel
Tokio Hotel - Don't Jump

Wieder Fieses vom Meister: Musik-Mogul Dieter Bohlen (55) glaubt, der Hype um Tokio Hotel wird früher oder später verebben.

Der Chef-Juror von “DSDS” und “Das Supertalent” fährt regelmäßig traumhafte Einschaltquoten mit seinen Shows ein, seine fiesen Sprüche polarisieren im ganzen Land. Im Interview mit der “Bild am Sonntag” (Bams) machte sich der Star ernsthafte Gedanken um die “Tokio Hotel”-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz (20) und ihre Kollegen, Schlagzeuger Gustav Schäfer (21) und Bassist Georg Listing (22).
“Der Erfolg von Tokio Hotel ist im Moment mehr Fake. Vom letzten Album haben die gerade mal 25.000 CDs in Deutschland verkauft”, meckerte Bohlen ungeniert und zog den Vergleich zu Michael Hirte, dem Gewinner der zweiten Staffel von “Das Supertalent”: “In derselben Zeit, auch wenn das jetzt vielleicht niemand gern hören will, hat Michael Hirte mit seiner Mundharmonika 800.000 Platten verkauft.”

Genau deswegen würde der Blondkopf auch nie einen Hit mit den Magdeburger Jungs machen wollen. Er betonte: “Die verkaufen mir zu wenige CDs! Für ein Konzert in Russland kriege ich das x-Fache wie für einen Nummer-1-Hit mit Tokio Hotel.”

Aber nicht nur die wenigen Plattenverkäufe stören den scharfzüngigen Hitmacher: Bohlen fühlt sich von “TH”-Frontmann Bill Kaulitz an seine eigene Vergangenheit erinnert! Wie das geht, erklärte er so: “Weil sich Bill Kaulitz und der damalige Thomas Anders aus dem Jahr 1986 äußerlich sehr ähnlich sind: Sie schminken sich doll, tragen Lipgloss, sind feminin. Die kriegen es später knüppeldicke. Das habe ich Thomas damals nicht gegönnt, das gönne ich Bill heute nicht.”

Zwar möge er Tokio Hotel “sehr sogar”, trotzdem kann Bohlen einfach nichts Rosiges in der Zukunft der einstige Teenie-Band erkennen: “Ich habe Angst, dass denen irgendwann der gleiche Hass entgegengebracht wird, wie wir ihn als Modern Talking zu spüren bekamen.”

Das Fazit des Star-Schmieds lautet deswegen: “Die Zeit der Band ist höchstwahrscheinlich vorbei.”
Wer jetzt glaubt, Bohlen verbringe seine Zeit damit, ins Blaue zu prophezeien, der irrt. Der Show-Master hält sich in Sachen Musik für einen kompetenten Richter. Gegenüber “Bams” betonte er: “Wenn jemand mir die Kompetenz abstreitet, werde ich sauer. Das ist, als wenn jemand über Stevie Wonder sagt: Der ist nicht blind.”

Der Erfolg gibt ihm – ungeachtet jeglicher Kritik – Recht: Berichten zufolge soll Bohlen ohne Unterbrechung 41,2 Jahre in den Charts verbracht haben. Bei seinem letzten Auftritt in Russland schalteten 62 Millionen Zuschauer ein – ein Erfolg, von dem Tokio Hotel nur träumen kann. Glücklich erklärte Bohlen dazu: “Ich wollte nie Kunst machen, habe nie den Wunsch gehabt, etwas für die Ewigkeit zu machen. Ich wollte einfach immer nur Spaß haben und viel Geld verdienen.” Der Plan ist aufgegangen.

Wie lange genau Bohlen noch mutige Kandidaten im TV quälen will, weiß er nicht, aber eines steht für den Niedersachsen fest: “Mein zweites Standbein ist “Das Supertalent” – das ist die Unterhaltungssendung der nächsten zehn Jahre.”

Und mit eben jenem Format plant Bohlen, eines Tages seinen größten Konkurrenten auszustechen. “Damit werde ich hoffentlich “Wetten, dass . .?” überholen. Hätte ich schon längst, wenn wir die gleichen Wettbewerbsbedingungen hätten. Das ZDF sendet bis 23.15 Uhr ohne Werbung und wir mit “DSDS” bis 21.15 Uhr mit zwei Werbeunterbrechungen. So etwas kann man nicht vergleichen”, erklärte der Moderator selbstbewusst.

Sein Erfolgsrezept? Authentizität. “Ich bin wie ich bin. Wer das nicht will, kann ja stattdessen Arte einschalten”, meint Dieter Bohlen dazu.

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