Bogart und Bacall: Die große Liebe

Sie war die große Liebe seines Lebens - aber nicht auf den ersten Blick. Drei Wochen braucht Humphrey Bogart, bis er Lauren Bacall zum ersten Mal in ihrer Garderobe küsst. Bogart-Zitate

„Wir machten Witze, wie immer“, erzählt sie in ihrer Autobiografie von dem Abend Anfang 1944. „Plötzlich legt er zwei Finger unter mein Kinn und küsst mich.“

Sie ist damals 19, und die gemeinsamen Dreharbeiten für „Haben und Nichthaben“ sind ihr erster Film überhaupt. Er, längst der Traummann schlechthin, ist 25 Jahre älter und lebt nach zwei Scheidungen in einer dritten unglücklichen Ehe mit der alkoholkranken Schauspielerin Mayo Methot. „The Battling Bogarts“ („Die kämpfenden Bogarts“) heißen die beiden wegen ihrer lautstarken Ehekräche in Hollywood.

Bogart verliebt sich in Bacall, eine wunderbare Romanze beginnt. Aber als seine Frau eifersüchtig und verzweifelt verspricht, eine Entziehungskur zu machen, fühlt er sich bei seiner Ehre gepackt – er bricht mit der jungen Geliebten. „Sie braucht Hilfe, in diesem Zustand setzt man nicht mal einen Hund vor die Tür“, erklärt er.

Doch aus der Versöhnung wird nichts. Nach einigem Hin und Her geben die Bogarts im Dezember ihre endgültige Trennung bekannt, am 10. Mai 1945 werden sie geschieden – der Weg für das Leben mit Bacall ist frei. Nur elf Tage später heiraten die beiden. Er bleibt ihr treu, bis sein Tod sie scheidet.

Es ist eine glückliche Ehe, sie werden zum Traumpaar Hollywoods. In ihrem Film „Tote schlafen fest“ (1946) ist bis heute zu spüren, wie es zwischen ihnen knistert. Bacall, Tochter wohlhabender jüdischer Einwanderer, steckt fortan beruflich für ihn zurück. Der alte Macho akzeptiert im Gegenzug zähneknirschend ihren Kinderwunsch und wird mit fast 50 erstmals Vater: 1949 kommt Sohn Stephen, 1952 Tochter Leslie auf die Welt. Seine schöne, große Frau bleibt für ihn immer „My Baby“.

Als Bogart stirbt, ist Bacall gerade mal 32. Seinen Platz in ihrem Leben hat seither niemand füllen können. Eine zweite Ehe scheiterte nach wenigen Jahren. Beruflich machte die heute 82-Jährige in den 70ern eine zweite Karriere als Musicalstar und steht bis heute vor der Kamera – zuletzt für den gerade abgedrehten Film „American Gigolo 2“ von Paul Schrader. „Ich war elf Jahre glücklich“, hat sie einmal gesagt. „Das reicht für ein Leben.“

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