BÖsterreich: Was erwartet die Zuseher der neuen ORF-Comedy?

Am 1. April startet die neue Sketch-Comedy im ORF.
Am 1. April startet die neue Sketch-Comedy im ORF. ©APA
Im neuen ORF-Comedy-Format "BÖsterreich" sondieren Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek die Niederungen der menschlichen Seele: Im Mittelpunkt stehen unter anderem eine Tierärztin, die ihre Patienten lieber einschläfert, als sie zu heilen; ein Taxifahrer mit Fixierung auf den Passagier anstatt auf die Straße; ein Brüderpaar, das im wahrsten Sinne des Wortes befriedigende Seniorenreisen organisiert.

“Das Ganze ist eher eine Groteske als eine Sketch-Comedy”, erklärte Ofczarek am Rande der Präsentation der ersten Episode im APA-Gespräch. Zwar schlüpfen er und sein Kollege in insgesamt 80 Figuren, die im Reigenprinzip mal mehr, mal weniger abstruse Geschehnisse zu durchleben haben. Es sind aber nicht immer Schenkelklopfer, die dabei das Licht der Fernsehwelt erblicken. Genau das reize ihn am durchwegs schwarzen Humor: “Dass du eine Welt erzählen kannst, einen Kosmos erzeugst, der mehr Tiefenschärfe hat.” Und genau jene Szenen, “die wehtun, wo mir das Lachen im Hals stecken bleibt, die machen mir mehr Spaß”.

“BÖsterreich” startet am 1. April 2014

Der Auftakt zum neuen “Die.Nacht”-Format, das ab 1. April (ca. 22.50 Uhr auf ORF eins) zehn Folgen lang nicht nur mit eigenwilligen Charakteren, sondern auch einer ganz Riege an Gaststars aufwartet, vereint jedenfalls beides: Szenen, die zum Brüllen komisch sind, und etwas langsamere, ruhigere Abschnitte, die dafür mit Nachdruck wirken. Wobei auch Ideen, die vielleicht nicht sofort im ersten Moment zünden, ob der gelungenen Darstellung von Ofczarek und Palfrader sehenswert sind.

Comedy-Format punktet mit Verkleidungen

Mit ein Grund sind die vielfältigen Verkleidungen. “Der Tag begann oft früh, teils wurden wir vor fünf Uhr abgeholt”, erinnerte sich Ofczarek an die Stunden in der Maske. Wobei Palfrader zumindest eine Figur in den Sinn kommt, die kostümtechnisch eher einfach gestrickt war. “Ich hatte da einen aufgepickten Bart, Badeschlapfen und diese Hand”, erinnerte er sich an jene Szene, die “an der Grenze” war. So schlurfte er im Adamskostüm “fast ein Drittel einer Folge” lang durch eine burgenländische Therme. Hinzu kam ein Außendreh und kalte Temperaturen. “Da war dann alles sehr klein”, meinte der Schauspieler verschmitzt. Die Gäste der Therme seien wiederum “sehr interessiert” gewesen. “Aber gesehen haben sie nicht sehr viel. Was sollen sie mir auch wegschauen?”

Palfrader und Ofczarek über die Show

Da er gemeinsam mit Thomas Maurer aber letztverantwortlich für die Drehbücher war, könne er auch niemandem die Schuld geben. Stattdessen streicht Palfrader lieber das gelungene Gesamtkonzept hervor. “Viele, viele Leute haben Großartiges dazu beigetragen. Ich hatte das Vergnügen, das zusammenzustoppeln und die Übergänge zu bauen. Das war natürlich manchmal auch eine Herausforderung. Manche sind klarerweise besser gelungen als andere. Wir haben aber immer versucht, das so elegant wie möglich zu lösen.”

Dafür war schließlich auch Regisseur Sebastian Brauneis zuständig. Wofür es nicht nur von Ofczarek Lob gab. “Das war für mich schon eine große Begegnung. Es war sein Erstling und wir haben Tag und Nacht daran gearbeitet. Er hat mir sehr viel gegeben, war sehr da und man könnte gar nicht glauben, dass das sein Erstling ist. Er hat sehr erfahren und fantasievoll gewirkt.” Der Regisseur selbst hat die Arbeit mit den beiden Fernsehstars jedenfalls genossen, wie er erklärte. Diese sei von Anfang an befruchtend gewesen. “Wir hatten alle so viel mitzubringen, womit wir überlegen konnten: Was lassen wir da wieder weg? Damit für uns eine Essenz übrig bleibt. Wenn wir uns nicht alle so gut vorbereitet hätten, wäre das nicht möglich gewesen.”

Eigenwilliger Humor im ORF

Erfahrung hat Brauneis zuvor bei “Willkommen Österreich” und der “Sendung ohne Namen” gesammelt. Also durchwegs Formate, denen ein eigenwilliger Humor nicht abzusprechen ist. “Mir gefällt es ganz gut, wenn man sich die Sachen anschaut, wie sie sind. Da steckt immer schon alles drinnen. Man muss ganz wenig erfinden, es ist mehr eine Interpretationsfrage.” Bei “BÖsterreich” kam dann auch klassisches Handwerk hinzu, “es hat ja etwas sehr Filmisches”. Und der oft sehr schwarze Humor? “Das ist so eine Sache: Witze und Watschen sind wie Geschmäcker sehr unterschiedlich. Aber wenn es grotesk ist, dann denkt man sich: Jessas. Und fühlt sich ertappt. Das finde ich ganz gut.”

Auch auf DVD

Wer sich diese spezielle Tour de Force nun allerdings lieber in geballter Ladung zu Gemüte führen möchte, erhält in gut einem Monat Gelegenheit dazu: Ab 25. April steht die erste “BÖsterreich”-Staffel als DVD in den Läden. Auch für den wiederholten Genuss, wenn “Inländer-Taxler und Tierhasser” aufeinandertreffen, wie die Auftaktepisode so treffend betitelt ist. (APA)

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