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Body Complete - Trailer und Kritik zum Film

Es ist ein ungewöhnliches Herzensprojekt, das am Freitag (18.) seinen Weg in die österreichischen Kinos findet: In "Body Complete", der ersten Spielfilmproduktion des Privat-TV-Senders PULS4, erzählt der österreichische Regisseur Lukas Sturm die Geschichte einer Wiener Journalistin, die auf der Suche nach einer Vermissten in Bosnien mit den ethnischen Säuberungen während des Bosnienkrieges (1992-1995) konfrontiert wird und dabei ins Visier serbischer Nationalisten gerät.

Sturm widmet sich einem noch heute hochaktuellen, spannenden Thema, verläuft sich aber leider in einer gar zu konstruierten Story. Im Frühling 2004 macht sich die Journalistin Nicole (Asli Bayram) für eine Reportage auf die Suche nach einer jungen Österreicherin mit bosnischen Wurzeln, die in ihre Heimat gereist ist, um die Überreste ihres im Krieg verstorbenen moslemischen Vaters zu begraben. Die Spurensuche führt Nicole nach Morovci in der nach dem Krieg errichteten Republika Srpska, dem Hauptschauplatz der ethnischen Säuberungen, bei denen Zigtausende moslemische Bosniaken getötet wurden. Dort gerät Nicole in das Visier des serbischen Bürgermeisters und Nationalisten Haric (Miraj Grbic) und dessen Handlanger Slobodan (Adnan Maskovic). Hilfe erhält sie von einem Team forensischer Anthropologen, das Massengräber aushebt und die Opfer der Massaker per DNA-Analyse identifiziert.

“Body Complete”: Erster PULS4-Spielfilm widmet sich dem Bosnienkrieg

Die Arbeit der Wissenschafter des ICMP (International Commission on Missing Persons) war es, die Sturm auf die Idee zu dem gänzlich ohne öffentliche Förderungen realisierten Film brachte. Sie soll auch bald im Mittelpunkt eines eigenen Dokumentarfilms stehen, wie Sturm, der auch das Drehbuch zu “Body Complete” schrieb und diesen gemeinsam mit Robert Hofferer (ArtdeLuxe) und PULS4 produzierte, der APA zum Kinostart erzählte. Der Wunsch der Angehörigen nach einem Abschluss durch Identifikation und Bestattung der Vermissten sowie die noch heute spürbaren gesellschaftlichen Auswirkungen des Krieges stehen im Zentrum. “Da ist noch immer wahnsinnig viel Trauer und Leid, weil zum einen viele Opfer noch nicht gefunden worden sind”, so Sturm zur APA. “Und zum anderen viel Zorn und Unverständnis, dass viele Kriegsverbrecher noch nicht verurteilt worden sind.”

Als Ex-General Ratko Mladic, Hauptverantwortlicher des Massakers von Srebrenica, im Mai 2011 verhaftet wurde, drehten Sturm und sein Team gerade eine Szene mit Miraj Grbic als serbischem Nationalisten. “Das, was eigentlich Fiktion ist, war plötzlich Wirklichkeit”, so Sturm damals am Rande der Dreharbeiten im APA-Gespräch. Es sind Szenen wie diese, in denen glaubhaft die noch immer schwelende Aggression im Balkanstaat transportiert wird. Sämtliche Filmcrewmitglieder haben das dunkelste Kapitel im Nachkriegseuropa in Bosnien miterlebt. Dementsprechend willkommene Authentizität bescheren dem Film Darsteller wie der charismatische Grbic, der als Bösewicht in “Mission Impossible – Phantom Protokoll” bereits Hollywoodluft schnuppern durfte, oder Senad Basic als mürrischer Kameramann Murat.

So spannend und bewegend das Thema des aufwendig recherchierten Films, so schädlich ist die unausgegorene Rahmenhandlung. Asli Bayram wird als Nicole wenig Spielraum gegeben: Halb fertig und erzwungen erscheint die Figur der Journalistin, die trotz ihrer Vergangenheit als TV-Reporterin in Sarajevo während des Bosnienkrieges allzu naiv und unvorbereitet in den Balkanstaat reist und sich vor Ort meist ohne Kamera im Schlepptau umsieht. Die Interaktion mit Einheimischen wirkt hölzern, ihre nostalgischen Blicke auf alte Fotos wiederholen sich laufend, der dabei stets zu hörende bedrohliche Klangteppich nervt. “Body Complete” – benannt nach der Bezeichnung für eine durch Knochen gänzlich rekonstruierte Leiche – ist mehr ambitioniertes TV-Projekt denn überzeugender Kinofilm. Sein Wert, den er durch die nötige Aufmerksamkeit für die nicht einmal 20 Jahre zurückliegenden Kriegsverbrechen erhält, wird dadurch jedoch nicht geschmälert.

(APA)

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