Blüten aus dem Laptop

Zwei Niederösterreicher kauften in Wien Kokain und Heroin und zahlten dafür mit selbst ausgedruckten Blüten - bei einer Kontrolle ging das Duo der Polizei ins Netz.

Zwei Niederösterreicher hatten eine Idee: Warum Bares für Drogen ausgeben, wenn man „Geld“ auch selbst anfertigen kann. Da Suchtgiftgeschäfte ohnehin schnell über die Bühne gehen müssen, war der Plan des Duos sogar erfolgreich. Michael T. (24) und Jürgen G. (27) erwarben in Wien Kokain und Heroin mit Blüten. Die gefälschten Scheine wurden den beiden Männer allerdings bei einer Polizeikontrolle zum Verhängnis, berichtete Oberstleutnant Georg Rabensteiner am Montag.


Die Niederösterreicher, beide arbeitslos, scannten Euro-Noten ein, bearbeiteten die Motive am Laptop und druckten die Blüten mehrmals aus. Dann bastelten sie aus den falschen Hundertern, Fünfzigern, Zwanzigern, Zehnern und Fünfern rund sieben bis acht Zentimeter dicke Bündel. Die Farbe und Größe passte, sämtliche Sicherheitsmerkmale fehlten. In Wien erwarb das Duo damit Drogen – zum Teil für den Eigenverbrauch, zum Teil zum Weiterverkauf (für echtes Geld, wie Rabensteiner anmerkte).

“Wollte einmal in einem schönen Auto sitzen”


Am 9. November wurden Kriminalbeamte auf ein Cabrio aufmerksam, das in Rudolfsheim-Fünfhaus „kreiste“. Als ein Schwarzafrikaner einstieg, stoppten die Exekutive den Wagen. Drogen entdeckten sie keine, aber Falschgeld im Handschuhfach und im Kofferraum. Die Niederösterreicher legten gegenüber der Gruppe Klauser vom Kriminalkommissariat West Teilgeständnisse ab. Der dritte im Fahrzeug, Kenneth N. (20) will von Suchtgift nichts wissen. Er sei nur eingestiegen, weil er „einmal in einem so schönen Auto sitzen wollte“, meinte er.


Mittlerweile sind mehrere der Blüten aufgetaucht und aus dem Verkehr gezogen worden. Von den geprellten Dealern hat bisher keiner Anzeige erstattet…

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