AA

Blei im Wiener Trinkwasser

Symbolfoto &copy bilderbox
Symbolfoto &copy bilderbox
Die Wiener Grünen haben am Mittwoch eine Zwischenbilanz ihrer Messaktion „Trinken Sie Bleifrei?“ gezogen- Ergebnis: In 60,8 Prozent von 660 ausgewerteten Trinkwasser-Proben wurde Blei nachgewiesen.

Bei 25,5 Prozent wurde demnach sogar der geltende Grenzwert von 25 Mikrogramm Blei pro Liter überschritten, 50 Prozent lagen zudem über dem WHO-Vorsorgewert.


Laut dem Grünen Umweltsprecher Rüdiger Maresch ist die Situation vor allem in den Altbauten problematisch: 72,8 Prozent der dort gesammelten Proben waren bleibelastet, 33,9 Prozent lagen über dem Grenzwert. Besonders erschreckend waren laut Maresch die drei höchsten Werte, nämlich 880, 616 und 300 Mikrogramm pro Liter.


Verglichen mit einer Messaktion in den Jahren 2003 und 2004 seien die Ergebnisse schlechter gewesen, betonten die Grünen. Der Grund, so vermuten sie, dürften darin liegen, dass inzwischen noch ausführlichere Information über die richtige Probenahme erfolgte.


Umweltsprecher Maresch forderte die Stadt Wien auf, Gratistests zur Ermittlung des Bleigehalts im Trinkwasser anzubieten – sowie eine Sanierungsoffensive samt Infokampagne zu starten. Maresch plädierte weiters für die Verabschiedung einer Novelle zum Mietrechtsgesetz, die das Recht der Mieter auf die Sanierung bleihaltiger Leitungen gewährleisten solle.


Nach Ansicht der Wiener SPÖ ist die „Panikmache“ der Grünen unangebracht. „Wien agiert bei der Auswechslung der alten Bleiwasserleitungsrohre vorbildlich. Durch die intensiven Maßnahmen der Stadt konnte in den vergangenen Jahren der Anteil der Bleirohrverbindungsleitungen zu den Häusern drastisch gesenkt werden. Nur mehr vier Prozent aller Hauszuleitungen bestehen derzeit aus Blei gefertigten Rohren“, betonte SP-Gemeinderat Erich Valentin in einer Aussendung.


Das Austauschprogramm soll demnach bis 2007 abgeschlossen sein. Die dadurch entstehenden Gesamtkosten betragen laut Valentin 20 Mio. Euro. Für Hauseigentümer gebe es ebenfalls Förderungen bei einem Austausch – und zwar insgesamt jährlich etwa 22 Mio. Euro.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Blei im Wiener Trinkwasser
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen