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"Black Friday" wird durch Coronakrise zur virtuellen Rabattschlacht

Da die Geschäfte während des harten Coronavirus-Lockdown geschlossen bleiben, verlagert sich das "Black Friday"-Geschäft wohl auf den Online-Handel.
Da die Geschäfte während des harten Coronavirus-Lockdown geschlossen bleiben, verlagert sich das "Black Friday"-Geschäft wohl auf den Online-Handel. ©APA (Sujet)
Kommenden Freitag, am 27. November, fällt mit der Rabattaktion "Black Friday" der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft 2020. Doch durch den harten Lockdown wird sich das Geschäft auf den Onlinehandel verschieben - insgesamt dürfte der Umsatz zurückgehen. Der Handelsverband hat seine Erwartungen für das Black Friday Shopping nun auf 370 Millionen Euro (245 Euro pro Kopf) nach unten geschraubt. Das sind 8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Black Friday stammt aus den USA, es ist der Freitag nach Thanksgiving, das immer auf den vierten Donnerstag im November fällt. Das Wochenende nach dem Erntedankfest gilt in den Vereinigten Staaten als Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Der Onlinehandel zieht mit dem Cyber Monday nach. Zunehmend schwappte die Rabattschlacht auch nach Europa über.

"Black Friday/Cyber Monday"-Wochenende: Umsätze zuletzt stark steigend

Die Umsätze der heimischen Webshops und der klassischen Einzelhändler am "Black Friday/Cyber Monday"-Wochenende hätten sich allein in den letzten drei Jahren vervierfacht, heißt es seitens des Handelsverbandes. 2019 habe der österreichische Einzelhandel an den Sondereinkaufstagen im November bereits 400 Mio. Euro erwirtschaftet. Die Konsumenten haben im vergangenen Jahr an diesen Tagen pro Kopf 260 Euro ausgegeben.

Schon bisher hatten der Black Friday und insbesondere der Cyber Monday für den Onlinehandel eine weit größere Bedeutung als für den stationären Handel. In den letzten fünf Jahren sind aber auch immer mehr klassische Händler auf den Zug aufgesprungen. Viele nehmen diese Sondereinkaufstage immer stärker zum Anlass, um neue Kunden zu gewinnen und Stammkunden im E-Commerce mit besonderen Angeboten zu halten.

Heuer dürfen sich am 27. und 30. November zumindest die Onlinehändler Covid-bedingt auf deutliche Mehrumsätze freuen. Fast 60 Prozent der Österreicher wollen laut einer Umfrage des Handelsverbandes in Kooperation mit MindTake Research und der Preisvergleichsplattform idealo.at heuer online auf Schnäppchenjagd gehen. Im Vorjahr waren es nur knapp 40 Prozent. Vor allem bei jungen Konsumenten sind die beiden Sondereinkaufstage sehr beliebt, im Alterssegment der Unter-29-Jährigen planen sogar mehr als 80 Prozent einen Einkauf. Zu den am stärksten nachgefragten Produktgruppen zählen im Corona-Jahr 2020 Elektrogeräte, Bekleidung, Haushaltsgeräte, Kosmetikprodukte, Spielzeug und Schuhe.

Hoffnungen auf Geschäft trotz Coronakrise

Am Ende des heurigen Jahres werde der eCommerce-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz erstmals mehr als 11 Prozent erreichen, schätzt der Branchenverband. Viele heimische Händler hätten das Potenzial in den letzten Monaten erkannt und in ihre Webshops investiert. Doch die Konkurrenz durch globale Konzerne wie Amazon oder Alibaba ist beinahe übermächtig - darum appellieren die heimischen Händler an die Kunden, gerade heuer im Inland zu kaufen und haben dazu eine Werbeinitiative ("www.österreichschenkt.at") gestartet.

Dass Not erfinderisch macht, zeigt sich auch in der Coronakrise. So hat der IT-Dienstleister Georg Pölzlbauer nach dem ersten Lockdown über den Sommer eine Plattform (https://opendoors.shopping/lange_nacht) entwickelt, um Kunden den virtuellen Besuch von Geschäften über eine Video-Verbindung zu ermöglichen. Am Donnerstag, dem 26. November, kann man eine Reihe von Geschäften in Wien bis spät in die Nacht online betreten und virtuell darin bummeln. "Verkäufer beraten Kunden und zeigen ihnen ihr Angebot, wie bei einem persönlichen Besuch - und wenn alles passt, dann wird gekauft und geliefert", erklärte Pölzlbauer der APA. Für sein Angebot verlangt er von den Geschäften nach einer Gratis-Probephase 50 Euro im Monat.

Lohnen sich die Rabatt-Tage für die Konsumenten?

Ob sich der Black-Friday-Rummel für die Händler und die Kunden auch lohnt, lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Die Rabatt-Tage um den Black Friday "knabbern natürlich am Weihnachtsgeschäft", räumte ein Sprecher des Handelsverbandes gegenüber der APA ein. Dieser Effekt könnte sich durch den Lockdown noch verstärken. Die Preisnachlässe seien erfahrungsgemäß am Black Friday größer als am Black Monday.

Für die Kundenseite hat die Arbeiterkammer 82 exemplarische Angebote im Zusammenhang mit der Werbebotschaft "Black Friday", "Black Friday Week" oder "Cyber Monday" bei zehn Händlern (Media Markt, Hofer, Amazon, Saturn, Libro, Pagro, Electronic4you, Lidl, United Camera, Universal Versand) geprüft. Gecheckt wurden zum Beispiel die Preise von Spielkonsolen, Spielen, Handys, Fotoapparaten, Smart Watches, TV-Geräten, Kopfhörern und Haushaltsgeräten über geizhals.at zwischen November 2019 und Oktober 2020. Das Ergebnis: In 70 Prozent der Fälle waren die untersuchten BlackFriday-Angebote 2019 tatsächlich am Black Friday am günstigsten. In 30 Prozent der Fälle hingegen gab es bessere Angebote als die Black-Friday-Preise.

Black Friday während Corona-Krise: Online-Angebote

Weil die Geschäfte derzeit geschlossen bleiben müssen, wird man Handys am Black Friday nur online oder in den Shops der Mobilfunker kaufen können, die ja als "wichtige Infrastruktur" offenhalten dürfen. "Wir werden Angebote haben, aber nicht, um die Leute ins Geschäft zu locken", betonte A1-Sprecherin Livia Dandrea-Böhm auf Nachfrage der APA. Die Rabattangebote werde es entweder nur online oder online und im Shop geben. Auch Magenta setzt am Black-Friday-Wochenende in erster Linie auf den Online-Verkauf. Um Kunden im Geschäft nicht zu benachteiligen, seien die Angebote an zwei Tagen auch vor Ort erhältlich, und Rabatte auf das Zubehör gebe es ausschließlich in den Shops. Der Mobilfunker Drei will vom 26. bis 29.11. Zubehör in den Drei-Shops und online zu Spezialpreisen anbieten und hat bereits jetzt eine Weihnachtsaktion laufen.

Der Elektronikhändler Mediamarkt ist derzeit auf seine Online-Kanäle beschränkt und hat eine "Black Friday Week" mit Rabattangeboten bereits seit Dienstag, dem 17. November, laufen. Auf Grund der Erfahrungen im Frühjahr und in den vergangenen Monaten gehe man von einer starken Verlagerung auf den Online-Shop und entsprechenden Wachstumsraten im Onlinebereich aus, sagte eine Sprecherin zur APA.

Der Diskonter Hofer begeht den Black Friday schon seit Jahren bereits traditionell mit einem "Black Thursday" und hat einen Werbeschwerpunkt mit Technik-Angeboten. Auch der Mitbewerber Lidl plant eine Rabattaktion, hat in Österreich aber keinen Online-Shop. "Ob wir nächste Woche alle Produkte wie geplant ins Regal bringen und verkaufen, wird sich noch zeigen. Das lässt sich aus heutiger Sicht nicht mit Gewissheit sagen", erklärte ein Sprecher auf Anfrage.

(APA/Red.)

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