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BKS: ORF hat gegen Cross-Promotion-Verbot verstoßen

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Der ORF hat gegen das Verbot der Cross-Promotion verstoßen. Das entschied der Bundeskommunikationssenat (BKS) in einem aktuellen Urteil.

Anlassfall war die Ausstrahlung eines Werbespots auf ORF 1 für die im Radio Ö3 und auf der Homepage oe3.at stattfindende Aktion “Eurowuchteln”. Die Privatradios klagten auf “rechtswidrige” Promotion und bekamen vor dem BKS recht. Der ORF will das Urteil nicht auf sich sitzen lassen und sich an den Verwaltungsgerichtshof wenden, kündigte ORF-Kommunikationschef Pius Strobl am Donnerstag gegenüber der APA an.

Die sogenannten “Ö3 Eurowuchteln” – die besten Sprüche zur UEFA Euro 2008 – waren auf der Homepage von Hitradio Ö3 abrufbar. Mit einem TV-Werbespot wies der ORF die Zuseher auf die Aktion hin. Der BKS ortet hier einen Verstoß gegen das Verbot, Hörfunkprogramme in Fernsehprogrammen zu bewerben und umgekehrt. “Die Gestaltung des Spots, die Nachhaltigkeit und Wucht sowie die Dauer der Kampagne bewirkten einen Saugeffekt zugunsten des Programms von Ö3” und damit zulasten der Programme der Privatradios, heißt es in der Urteilsbegründung.

Der ORF muss die Entscheidung des BKS innerhalb der nächsten zwei Wochen an einem Freitag zwischen 22.30 und 23.00 Uhr auf ORF 1 verlesen – finanzielle Konsequenzen hat das Ganze nicht. Dennoch will der Sender gegen den BKS-Bescheid berufen. “Aus unserer Sicht haben wir nicht gegen das Gesetz verstoßen, weil wir nicht das Radio Ö3 sondern den Onlineauftritt von Ö3 beworben haben”, so Strobl. Die “Eurowuchteln” seien eine Kundenbindungsmaßnahme für den Onlineauftritt gewesen. Der ORF sieht hier eine Missinterpretation des ORF-Gesetzes und will die Frage vor dem Verwaltungsgerichtshof klären lassen.

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