Bisamberg: Österreichs höchste Sendemasten sind gefallen

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Nachdem der kleinere Mast um 12:45 dem Erdboden gleich gemacht wurde, detonierten die Sprengladungen am 265 Meter hohen Sendemast auf dem Wiener Bisamberg planmäßig um 15:00 Uhr.
Video: Die Sprengung
Die letzten Bilder der Sendemasten
Sprengungstermin verkündet
Sprengung durch Anrainer verzögert
Bisamberg: Bilder der Sprengung
Kleiner Mast gesprengt

Mit dem Zusammensacken des Stahlkolosses übernahm der 252 Meter hohe Donauturm die Ehrenauszeichnung als Bau Nr. 1 in der Alpenrepublik. Begleitet wurde der Akt von Hunderten sprengbegeisterten Zuschauern, die auf den 359 Meter hohen Bisamberg gepilgert waren.

Zu Boden gebracht wurde der 80 Tonnen schwere Gigant mit vier Sprengungen, die den Bau in drei Teile zerlegten. Die Stahlreste werden nach den Aufräumarbeiten der kommenden Tage wiederverwertet, so Florian Pfeffer vom Generalunternehmer Alpine. 15 Mann hätten in den vergangenen zwei Monaten das Ereignis geplant – laut Pfeffer in Rekordzeit: “Normalerweise planen wir dafür sechs Monate ein.”

Senderaum bleibt erhalten

Der kleinere, 120 Meter hohe Sendemast war bereits um 12.45 Uhr in den Boden gebombt worden. Allerdings hatte sich zunächst ein renitenter Mastenfreund geweigert, sein in der Sperrzone liegendes Haus zu verlassen. Die eindringliche Bitte der Exekutive zeigte jedoch schließlich ihre Wirkung, und mit einer Dreiviertelstunde Verzögerung fiel das Bauwerk.

Auch nach dem schnellen Niedergang der beiden Stahlriesen, bleibt der Senderaum aus den 1950er Jahren der Nachwelt erhalten und soll der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. An der genauen Nutzung arbeite man derzeit. Was hingegen mit dem 25 Hektar großen Gesamtareal im Besitz der Stadt Wien und des ORF geschieht, ist indes noch offen.

Instandhaltungskosten zu hoch

Grund für die beiden Sprengungen waren die hohen Instandhaltungskosten der Anlage, zumal allein die Renovierung der Stahlseile mit einer Mio. Euro zu Buche geschlagen wäre. Schließlich war der Mittelwellensender Bisamberg dank digitaler Konkurrenz und Internet seit 1995 nicht mehr – oder nur mehr für kurze Phasen – in Betrieb. Der Kern der Anlage wurde 1933 errichtet, allerdings 1945 von den abziehenden SS-Truppen zerstört. In ihrer heutigen Form entstand die Sendeanlage 1959 mit vier Sendern zu je 120 kW.

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