Billigairline bestätigt: Wizz Air zahlt Lohnsteuern für Wiener Crews in der Schweiz

Die Billigairline hat den Vorwurf der Gewerkschaft bestätigt.
Die Billigairline hat den Vorwurf der Gewerkschaft bestätigt. ©APA/ROLAND SCHLAGER
Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air hat bestätigt, dass sie die Lohnsteuer für Wiener Piloten und Flugbegleiter in der Schweiz abführen.

Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air, die sich in Wien eine Preisschlacht mit der Ryanair-Tochter Laudamotion liefert, hat in einem Schreiben gegenüber dem Online-Portal "Aviation Net" bestätigt, für Piloten und Flugbegleiter der Wiener Basis die Lohnsteuern in der Schweiz abzuführen. Die Gewerkschaft hatte das der Airline in der Vergangenheit vorgeworfen.

Billigairline Wizz Air bestätigt Vorwurf

"Da sich der Sitz der effektiven Geschäftsführung von Wizz Air in der Schweiz (Genf) befindet, ist die Vergütung unserer Besatzung für die Beschäftigung an unseren Flugzeugen - basierend auf dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und der Schweiz - in der Schweiz steuerpflichtig", erklärte Wizz Air demnach in einem Statement.

Die Airline betonte darüber hinaus, "dass unsere Crew an unserem Standort Wien bei der österreichischen Niederlassung von Wizz Air Hungary Ltd. nach österreichischem Arbeitsrecht beschäftigt ist. Die Sozialbeiträge werden in Österreich gezahlt und alle Details des Arbeitsverhältnisses entsprechen den lokalen (österreichischen) Vorschriften."

Arbeitsverhältnisse von Flugbegleitern und Piloten sorgen für Aufregung

Geht es allerdings um den von der Gewerkschaft geforderten Branchen-Kollektivvertrag verweist Wizz Air darauf, unter ungarische Regeln zu fallen. Im August sagte Wizz-Manager Johan Eidhagen in einer Pressekonferenz in Wien, Wizz Air sei kein Mitglied der Wirtschaftskammer (WKÖ) und kein in Österreich registriertes Unternehmen.

Die Arbeitsverhältnisse von Flugbegleitern und Piloten sorgen derzeit für Aufregung. Die Gewerkschaft vida spricht von Lohn- und Sozialdumping und ortet einen Preiskampf auf dem Rücken der Mitarbeiter. Laudamotion kündigte diese Woche an, Bordpersonal künftig in eine Leiharbeitsfirma auszulagern.

(APA/Red)

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