Bilic: "Noch nix Spektakuläres erreicht"

Der kroatische Fußball-Teamchef Slaven Bilic hat nach dem dritten Sieg seines Teams bei der EURO 2008 eine positive Zwischenbilanz gezogen.

“Ich bin sehr zufrieden mit dem bisher Erreichten, aber noch haben wir nichts Spektakuläres geschafft”, sagte Bilic am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Bad Tatzmannsdorf. “Der Einzug ins Viertelfinale war ja schließlich das Ziel und eine Art Verpflichtung. Für uns ist das keine Überraschung.” Kroatien zieht nach den Siegen gegen Österreich (1:0), Deutschland (2:1) und Polen (1:0) mit einer blütenweißen Weste in das EM-Viertelfinale am Freitag in Wien gegen die Türkei.

Mit dem 1:0-Erfolg gegen Polen am Montagabend in Klagenfurt war der 39-Jährige “sehr glücklich”. “Aber noch glücklicher als mit dem Resultat bin ich mit der Art und Weise, wie wir Polen besiegt haben”, fügte er hinzu. “Das war ein sehr gutes und qualitatives Spiel mit tollen Leistungen von vielen Einzelspielern. Und auch das hat mich gar nicht überrascht.”

Ob er nach der starken Vorstellung seines “B-Teams” gegen Polen nun “Probleme” bei der Aufstellung für das Viertelfinale gegen die Türkei am Freitag in Wien (20.45 Uhr) haben werde? “Ich wiederhole noch einmal: Ich habe kein A- und kein B-Team. Die Atmosphäre ist weiter ausgezeichnet. Und die jetzige Situation bringt uns sicher nicht in Probleme, sondern die Atmosphäre kann – wenn überhaupt möglich – nur noch besser werden”, betonte Bilic.

Gegen die Türkei habe er nun viele Optionen. “Und deshalb habe ich kein Kopfweh.” Aber drei Tage vor einem Turnierspiel etwas über die mögliche Aufstellung zu sagen, wäre “dumm”. Es stünden noch drei Trainings auf dem Programm und es gebe noch viel Zeit für Überlegungen. “Ich habe sozusagen eine schöne Auswahl.”

Die Türkei spiele einen “guten und aggressiven Fußball” und hätte spezifische Stärken und Schwächen – wie jedes Team bei der EURO. Dass die Türkei zweimal einen Rückstand (beim 2:1 gegen die Schweiz und 3:2 gegen Tschechien) aufholte, sei ein “Zeichen der Stärke”. Dies sei beeindruckend gewesen. Auf der anderen Seite könne man konstatieren, dass die Türkei in den ersten Halbzeiten relativ schwach war. “Sie sind also nicht unbesiegbar, aber sie sind gefährlich bis zum Schluss.”

Kroatien habe jedenfalls “genug Kraft und Qualität, um gegen die Türkei zu siegen”. “Wir respektieren den Gegner immer maximal. Aber ich bin überzeugt, dass wir gut spielen werden und dann haben wir gute Aussichten, weiter zu kommen. Wenn wir doch ausscheiden sollten, werden wir enttäuscht sein, aber das Leben wird weiter gehen, die Sonne wird wieder scheinen”, sagte Bilic.

Erfreut zeigte sich der Trainer mit der Genesung des Stürmers Eduardo da Silva, der bei der EM wegen einer schweren Verletzung fehlt. Eduardo bereitet sich nach seinem Wadenbeinbruch, den er sich im Februar im Ligaspiel seines Clubs Arsenal in Birmingham zugezogen hatte, in Brasilien auf sein Comeback vor. Er trainiere bereits mit dem Ball und könnte vielleicht zum Vorbereitungsstart von Arsenal dabei sein. Trotz der bisher guten Spiele und positiven Resultate seines Teams sei der Ausfall von Eduardo schwerwiegend, sagte Bilic. Der 25-jährige gebürtige Brasilianer hatte Kroatien in der EM-Qualifikation mit zehn Toren zur EURO 2008 geschossen.

Am Dienstagabend stand um 18.00 Uhr ein öffentliches Training der Kroaten in Oberwart auf dem Programm. Bilic kündigte an, dass Knezevic, Srna, Raktic, Budan und Klasnic nicht mit der Mannschaft trainieren werden. Innenverteidiger Knezevic fällt nach einer Bänderverletzung im Knie, die er gegen Polen erlitt, für die weitere EM aus. Srna und Raktic sind leicht angeschlagen und laut Bilic für das Viertelfinal-Spiel nicht fraglich – ebenso wie Klasnic, der mit einer vom Vater gespendeten Niere lebt und spielt. Klasnic reiste am Dienstag zu einer routinemäßigen Untersuchung nach Bremen und wird am Mittwoch wieder im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf erwartet. Fraglich für das Spiel gegen die Türkei bleibt hingegen der Stürmer Igor Budan.

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