Bildersammlung über den 11. September

„Here is New York“ - Fotoausstellung und Forum zum 9/11. „Dazu gibt es keine Worte mehr“, sagte CNN-Anchorman Brown, als er am 11.9.2001 aus New York berichtete.

Der Reporter hielt in seiner Live-Reportage inne und beobachtete fassungslos, wie vor seinen Augen der zweite Turm des World Trade Centers in sich zusammenstürzte. Nicht in Worte gefasste Berichte und Erklärungen sondern den reinen Anblick des Geschehenen präsentiert auch eine Foto-Ausstellung in der Prince Street, etwa zwanzig Blocks nördlich vom „Ground Zero“ im New Yorker Stadtteil SoHo. Der trotzig klingende Titel lautet „Here is New York“.

Das Besondere an der Ausstellung ist die Mischung von Fotos von Profis und Amateuren. Die durchkomponierten Bilder von Meistern ihres Fachs hängen neben den Schnappschüssen von Schulkindern, alle ohne Titel, anonymisiert und durchnummeriert. Dem Untertitel der Ausstellung, „Eine Demokratie der Fotografien“ wird die Ausstellung auch dadurch gerecht, dass jedes Bild zum gleichen Preis von 25 Dollar gekauft werden kann. Der Erlös kommt einer Stiftung zur Hilfe von Kindern von Terroropfern (Children’s Aid Society’s WTC Relief Fund) zu Gute.

Die Bildersammlung entstand, indem Tausende dem Aufruf der vier Initiatoren folgten und seit einem Jahr ihre Fotos einschicken, Negative, Polaroids, Dias oder Abzüge. Alle werden digital eingescannt und im selben Format gedruckt. Die Bilder zeigen Momente von allen Orten der Anschläge, New York, Washington und Pennsylvania, und sie zeigen ihre Folgen: Verzweifelte Angehörige, Begräbnisse, Trauer oder auch den angestachelten Patriotismus, Flaggen und Gedenkzeremonien. „Es sind keine Fotos, die man sich ins Wohnzimmer hängen würde“, meint Michael Shulan, einer der Initiatoren.

Doch die Fotos können bei den Zehntausenden, die sie bisher betrachtet haben, nicht nur Schock und Erinnerung sondern auch einen positiven Prozess auslösen, hofft er. Beim Besuch der Ausstellung fänden viele genau ein Foto, das ihre Emotionen besonders zum Ausdruck brächte. Die Aktion, die weiter fortgesetzt wird, sieht er als Reaktion auf einen Tag, der die Welt veränderte. „Kunst kann bewegen und sogar heilen“, ist Shulan überzeugt.

Die Ausstellung bzw. Teile der Bildersammlung werden inzwischen neben New York City auch in Washington DC, in Houston, San Diego, Chicago, Ohio, Tampa, sowie in Europa unter anderem in Berlin und Zürich gezeigt – in allen diesen Orten heißt es damit „Here is New York“.

Homepage: Here is New York

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