Bilardo vorläufiger Coach von Argentinien

Vertretung von Maradona
Vertretung von Maradona ©APA (Archiv/epa)
Argentiniens angezählter Fußball-Teamchef Diego Maradona hat sich offenbar selbst aus der Schusslinie genommen und in ein Thermen-Hotel in Meran in Südtirol zurückgezogen. Wie argentinische Medien am Dienstag berichteten, wurde deshalb Team-Manager Carlos Bilardo zum vorläufigen Chefcoach des in der WM-Qualifikation strauchelnden Doppel-Weltmeisters ernannt.

AFA-Sprecher Ernesto Cherquis Bialo erklärte, Bilardos Engagement sei “ein vorübergehender Zustand”, Maradona sei auf ärztliche Anordnung verreist und werde spätestens am 23. September zurückkehren. Trotz seiner Kur in Meran soll Maradona weiter für die Nationalmannschaft zuständig sein und auch den Kader für die kommenden Länderspiele bestimmen.

Maradona hatte Argentinien nach jüngsten Medienberichten am Sonntag heimlich verlassen. Nach langem Rätselraten von Fans und Medien enthüllte sein Privatarzt inzwischen die Gründe für die überraschende Reise nur gut drei Wochen vor der letzten und entscheidenden Quali-Runde. “Er will fünf Kilogramm abnehmen. Aber ihm geht es gut, viel besser, als die meisten denken”, erklärte Arzt Alfredo Cahe.

Zu seiner von vielen als Flucht ausgelegten Abreise ermuntert worden ist Maradona offenbar von seiner Lebensgefährtin Veronica. Die Abreise des “Goldjungen” trieb auch Sorgenfalten auf die Stirn der Kommentatoren. “Das Chaos hat sich endgültig in der Nationalelf eingenistet”, schrieb das Massenblatt “Clarin”. Man wisse nicht, wer das Sagen habe. “La Nacion” meinte, Maradona habe Verbandschef Grondona “sehr verärgert”.

Zwei Runden vor Ende der südamerikanischen WM-Qualifikation belegt Argentinien nur den fünften Tabellenplatz, der am Ende nur zu Relegationsspielen gegen ein Team aus Nord- und Mittelamerika berechtigt. Im Nacken sitzt den “Gauchos” aber auch das drohend erste WM-Aus seit 1970: Kolumbien, Uruguay und Venezuela sind der Mannschaft um Superstar Lionel Messi dicht auf den Fersen.

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