Beweisaufnahme in Dutroux-Prozess begonnen

Im Mordprozess gegen Marc Dutroux hat die Beweisaufnahme begonnen.  Als erster Zeuge sollte Untersuchungsrichter Jean-Marc Connerotte aussagen.

Er war nach der Festnahme Dutroux’ im August 1996 mit dem Fall betraut worden. Er war in der Bevölkerung und bei den Eltern der missbrauchten und ermordeten Mädchen sehr populär, weil er als Aufklärer galt.

Im Oktober 1996 wurde Connerotte aber von dem Fall abgezogen. Er hatte am 21. September an einer Wohltätigkeitsveranstaltung für die ermordeten An und Eefje teilgenommen. Deshalb galt er als befangen. Die Entscheidung der Justizbehörden, Connerotte abzuziehen, brachte den Unmut der Bevölkerung zum Überkochen. Am 20. Oktober 1996 marschierten rund 300.000 Menschen in Gedenken an die Opfer durch Brüssel und demonstrierten gegen die Arbeit von Justiz und Polizei.

Am Mittwoch hatten sich die vier Angeklagten erstmals zu den Vorwürfen geäußert. Dutroux bestritt dabei die wesentlichen Anklagepunkte und gab der These eines Netzwerks mit einflussreichen Hintermännern neue Nahrung. Er beschuldigte vor allem den mitangeklagten Brüsseler Geschäftsmann Michel Nihoul, die Entführungen der Mädchen in Auftrag gegeben zu haben. Dieser wies die Darstellung zurück.

Dutroux muss sich wegen Mordes an An, Eefje und seinem Komplizen Bernard Weinstein verantworten. Zudem werden ihm Entführung, Freiheitsberaubung und Vergewaltigung von An, Eefje, Julie, Melissa, Sabine und Laetitia vorgeworfen. Nihoul gilt als mögliche Verbindungsperson zu höheren Kreisen. Er soll laut Anklage an der Entführung und Freiheitsberaubung eines der Opfer beteiligt gewesen sein.

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