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Betrüger bot Trips zu Flugzeugträgern an

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Der 56-jährige Wiener brachte es auf stolze 755 Opfer - es entstand ein Gesamtschaden von 230.000 Euro - jetzt klickten die Handschellen für den Milizsoldaten.

Flugzeugträger haben auf Angehörige des österreichischen Bundesheeres offenbar Anziehungskraft. Denn als ein 56-jähriger Wiener in Milizkreisen Besichtigungsreisen auf ein US- Kriegsschiff anbot, stand man Schlange bei ihm. Drei Jahre lang lebte der arbeitslose Vizeleutnant gut von dem Schmäh, insgesamt gibt es mindestens 755 Opfer. Jetzt klickten die Handschellen.

Manfred R. aus Mariahilf erfreute sich reger Kontakte in Heereskreisen, die bis in die höchste Offiziersebene reichten. Unter anderem nahm der 56-Jährige regelmäßig an Waffenübungen teil. Vor drei Jahren kam ihm die Idee mit dem Flugzeugträger. Die erste Besichtigung bot er um 1.500 Schilling (109 Euro) an. Seinen potenziellen Opfern erschien das zu wenig. „Die Geschädigten haben sich praktisch selbst hinauflizitiert. Sie meinten, bei dem Preis könne das nur eine ’Linke’ sein“, erklärte Josef Koppensteiner vom Kriminalkommissariat West.

330 Euro war angemessener Preis

Auch 2.500 Schilling erschienen nicht angemessen für einen Flug nach Italien, Abholung von einem US-Helikopter und zwei Tage auf dem Flugzeugträger. Erst bei 330 Euro fühlten sie sich ausreichend gerupft. Den Namen des Schiffes nannte er seinen Kunden im Normalfall übrigens nicht. Nur einmal wurde die „Kitty Hawk“ genannt.

Dass die Reisewilligen den Flugzeugträger nie zu Gesicht bekamen, versteht sich. Manfred R. argumentierte das mit aktuellen Vorfällen, die immer wieder Verschiebungen des Trips notwendig machten. Wenn der Druck zu groß wurde, zahlte er die Kosten sogar zurück.

Erst im vergangenen Herbst schöpften Opfer Verdacht und erstatteten Anzeige. Der 56-Jährige wurde verhaftet und legte ein Geständnis ab. Der Gesamtschaden beträgt rund 230.000 Euro.

Redaktion: Bernhard Degen

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