Betrüger erbeutete mit "Kautionstrick" in Wien 350.000 Euro

Der Betrüger gab sich am Telefon als Polizist aus.
Der Betrüger gab sich am Telefon als Polizist aus. ©bilderbox.com (Sujet)
Mit einer neuen Betrugsmasche konnte ein bislang unbekannter Täter 350.000 Euro erbeuten. Der Gesuchte gab sich am Telefon als Polizist aus und forderte von den betagten Opfern die Herausgabe von Bargeld und Wertgegenständen, da nach einem Verkehrsunfall eine Kaution bezahlt werden müsse.

Seit 20. Juni 2018 wurden in betrügerischer Absicht zahlreiche Anrufe bei betagten Personen in Wien getätigt, um sie zur Herausgabe von Bargeld bzw. Wertgegenständen aufzufordern.

In allen Fällen gab sich ein unbekannter Täter als Polizist aus und teilte den Opfern mit, dass eines ihrer Familienmitglieder einen Verkehrsunfall mit Verletzten verursacht hätte und nun eine Kaution bezahlt werden müsse. Es ist anzunehmen, dass aufgrund des ähnlichen Modus alle Anrufe vom selben Täter getätigt wurden.

Unbekannter Täter erbeutete in Wien bereits 350.000 Euro mittels “Kautionstrick”

Während es in bereits über 50 Fällen beim Betrugsversuch blieb (die Personen beendeten das Telefonat oder kamen einer Forderung nicht nach), ließen sich bereits insgesamt sechs Personen täuschen und händigten einem vom Täter geschickten Boten hohe Geldsummen aus. Die durch den sogenannten “Kautionstrick” entstandene Gesamtschadenssumme beläuft sich auf insgesamt 350.000 Euro.

Die Polizei Wien ersucht die Bevölkerung, die nachstehenden Präventionsmaßnahmen zu beachten und eventuell gefährdete, vor allem betagte Personen im Verwandten- und Bekanntenkreis auf derartige Trickbetrügereien hinzuweisen bzw. diese über die richtige Vorgehensweise zu informieren.

Schutz vor Telefon-Betrügern: Polizei Wien gibt Tipps

  • Brechen Sie Telefonate, bei denen von Ihnen Geldleistungen gefordert werden, sofort ab. Lassen Sie sich auf keine Diskussionen ein und machen Sie Ihrem Gegenüber entschieden klar, dass Sie auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werden.
  • Lassen Sie sich, auch von Polizisten, im Zweifelsfall immer Dienstausweise zeigen.
  • Falls Verwandte ins Spiel gebracht werden, kontaktieren Sie diese, um die Echtheit eines vermeintlichen Vorfalls nachzuprüfen.
  • Lassen Sie niemanden in Ihr Haus oder Ihre Wohnung, den Sie nicht kennen. Verwenden Sie zur Kontaktaufnahme die Gegensprechanlage oder verwenden Sie die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
  • Falls es zu einem Betrug gekommen ist, sind alle Informationen zum Täter besonders wichtig: notieren Sie Aussehen, Kleidung, Sprache, Autokennzeichen, Autofarbe etc.
    Erstatten Sie umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.

(Red)

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