Betrügerische Geschlechts-OP!

Eine 21-jährige Frau ist am Donnerstag im Straflandesgericht rechtskräftig zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Sie hatte ihre Geschlechtsumwandlung durch Betrug erreicht!

Und zwar, indem sie sowohl den plastischen Chirurgen als auch die Wiener Klinik, in der die Operation durchgeführt wurde, über ihre Vermögensverhältnisse täuschte. Richterin Daniela Setz sprach die Frau auch schuldig, den Geschädigten die nach wie vor offenen Behandlungskosten von 18.000 Euro zurückzuzahlen.

“Ich musste eine Frau werden!

„Mein Herzenswunsch war so groß! Ich habe seit frühester Kindheit gewusst, dass ich eine Frau bin. Ich musste eine Frau werden! Ich bin eine Frau“, sprudelte es aus der 21-Jährigen hervor. Sie hatte zuletzt als Friseuse und Stylistin gearbeitet. Mit dem Job verlor sie allerdings auch das regelmäßige Einkommen, mit dem sie die Geschlechtsumwandlung bezahlen hätte können.

Auf die Gebietskrankenkasse, die in derartig dringenden Fällen die Operation zumindest mitfinanziert, wollte sie nicht zurückgreifen. Das hätte nämlich eine jahrelange Wartezeit bedeutet, gab die junge Frau an: „Ich hab’ das nicht mehr ausgehalten. Ich hab’ mein ganzes Leben darauf gewartet. Es war eine unglaubliche seelische Belastung.“

Sie fand einen Chirurgen, den sie von der Dringlichkeit überzeugen konnte. Und der Arzt glaubte ihr auch ihre anderen Angaben, die im Unterschied dazu nicht den Tatsachen sprachen: Geld spiele keine Rolle, beteuerte die 21-Jährige, sie sei eine bekannte Künstlerin, ihr Vater ein renommierter Architekt, die Mutter Ärztin.

Sehr überzeugend

Der Chirurg prüfte das nicht einmal ansatzweise nach. „Ich war sehr überzeugend“, räumte die Beschuldigte ein. „Ich muss als Arzt einem Patienten schon ein gewisses Vertrauen entgegen bringen“, bemerkte der Mediziner dazu im Zeugenstand.

Die Richterin gestand der Frau „eine psychische Belastungssituation, eine richtige Ausnahmesituation“ zu und ließ daher Milde walten. Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter war mit der Strafe einverstanden.

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