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Betreten verboten?

Hollywoodstars wollen die Strände in Malibu für sich alleine. Die Bürgerinitiative "Access for all" (Zugang für alle) kämpft nun um öffentliche Zugänge.

Ein Schild am Ortseingang des Prominenten-Ortes Malibu preist den Küstenabschnitt als “27 Miles of Scenic Beauty“ an. Den Besucher erwarten über 40 Kilometer Pazifik-Strand in einer der schönsten Landschaften Kaliforniens. Doch die Sache habe einen Haken, meint Steve Hoye von der Bürgerinitiative „Access for All (Zugang für alle)“: „Es gibt lange herrliche Strände, aber man kommt nicht an sie ran.“ Hoye gibt den berühmten Anrainern und der Stadt Malibu die Schuld. Stars wie Tom Hanks, Steven Spielberg, Cher, Dustin Hoffman und Barbra Streisand haben den Küstenstreifen mit ihren Millionen-Villen längst in Beschlag genommen.

Die teuren Häuser, Zäune, Gitter und „Betreten verboten“-Schilder versperren vielerorts den Zugang zum Meer. „Egal wie reich und berühmt sie auch sein mögen, der Strand gehört jedermann“, wettert Hoye. Rückendeckung erhält der Kalifornier dabei von der staatlichen Küstenkommission, die nach kalifornischem Gesetz alle 300 Meter einen öffentlichen Zugang zum Meer betreiben darf. In Strandorten wie Santa Barbara und Laguna Beach kommen die Besucher über schmale Wege und Treppen ganz leicht ans Ziel. Nicht so in Malibu, wo die Stadtväter sich nach den Wünschen ihrer prominenten Einwohner richten und die Exklusivität bewahren wollen, wie Hoye meint.

Die Pfade zwischen den Hollywood-Villen existieren also nur auf dem Papier. So sollte ein Weg direkt neben dem Wohnzimmer von Schauspieler Ryan O’Neal verlaufen, ein anderer neben der Villa des Studiobosses David Geffen. Der wehrt sich mit allen Kräften gegen den Ausbau eines Weges mit dem Argument, dass sich damit nicht nur Touristen, sondern auch unerwünschte Eindringlinge auf seinem Grundstück einschleichen. Linda Locklin, Vorsitzende der Küstenkommission, hält die Ängste für übertrieben. Die Promis wollten nur unter sich bleiben und den Strand nicht mit anderen teilen, glaubt die Staatsdienerin.

Mehrere Sitzungen mit Geffens Anwälten hätten noch keine Lösung gebracht, sagt Hoye. Er droht damit, noch in diesem Sommer einfach mit den Ausbauarbeiten zu beginnen. „Die Leute wussten beim Bau ihrer Häuser genau Bescheid, dass der Strand nicht zu ihrem Privatgrundstück gehört“, meint der Aktivist. Der Strand sei für alle da, ob reich oder arm. Dank großzügiger Spenden ist es einigen Prominenten bereits gelungen, geplante Wege an andere Stellen zu verlegen. Die Sängerin Julie Andrews soll sich 1991 mit einem Scheck im Wert von umgerechnet 360.000 Euro „freigekauft“ haben. Mit dem Geld sollte der Staat anderswo eine Treppe zum Strand bauen, was jedoch nie ausgeführt wurde.

Die luxuriöse Malibu-Kolonie, eine eingezäunte Villensiedlung, wo Tom Hanks, Pamela Anderson und Sting logieren, hält Strandbesucher durch ein großes Gitter vom Betreten des „Privatstrandes“ ab. Bei Ebbe kann man allerdings bequem um den Zaun herumspazieren und sich in das Strandparadies der Stars begeben. Die Verbotsschilder seien nur zur Abschreckung angebracht, meint Linda Locklin. Nach kalifornischem Gesetz ist der Sandstreifen unterhalb der Gezeitenlinie in öffentlicher Hand. Für neugierige Ausflügler, die sich von den „Nicht betreten“-Schildern nicht abschrecken lassen, hat sie einen Tipp parat: „Solange man auf dem nassen Sand läuft, ist es wahrscheinlich okay.“

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