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Besuch des tschechischen Premiers in Wien abgesagt

Babis und Kurz trafen sich zuletzt im September letzten Jahres.
Babis und Kurz trafen sich zuletzt im September letzten Jahres. ©APA/AFP/JOE KLAMAR
Der Besuch des tschechischen Premiers Andrej Babis in Wien wurde am Montag abgesagt. Es gebe Startschwierigkeiten in Prag, so das Bundeskanzleramt.

Der für heute, Montag, geplante Besuch des tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis in Österreich sowie das Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist kurzfristig abgesagt worden. Aufgrund des Nebels konnte Babis nicht nach Wien fliegen, hieß es aus dem Bundeskanzleramt.

Besuch bei Kurz und Schultests

Der tschechische Premierminister Andrej Babiš, dessen Land derzeit erneut stark von der Corona-Pandemie betroffen ist, wollte am Montag Wien einen Arbeitsbesuch abstatten. Auf dem Programm stand unter anderem ein Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Babiš, der bereits gegen das Coronavirus geimpft ist, wollte sich ein Bild von den neuen Antigen-Schnelltests an österreichischen Schulen machen, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Bundeskanzleramt.

In Tschechien machen Opposition und Elternvertreter derzeit Druck zur vollständigen Wiederöffnung der Schulen. Derzeit werden nur die beiden ersten Schulstufen im Präsenzunterricht unterrichtet. Opposition und Elternvertreter machen Druck, dass es zu einer Wiedereinführung des Präsenzunterrichts kommt. Eine Petition fordert, sich bei der Schulöffnung ein Beispiel an Österreich zu nehmen. In Österreich testen sich Schüler, die am Präsenzunterricht teilnehmen, mit den sogenannten Nasenbohrertests selbst. Mit dem Ende der Semesterferien im Westen erfolgt dies am Montag in allen Bundesländern.

Tschechien als Mutationsgebiet

Bei dem Arbeitsgespräch wollten Kurz und Babiš aber auch über den generellen Kampf gegen die Pandemie sowie bilaterale Fragen sprechen. Die Regierung in Prag hatte am Sonntag in letzter Minute gegen den Willen des Parlaments eine Verlängerung des Notstandes bis Ende Februar beschlossen. Tschechien wird wie Tirol von Deutschland als Mutationsgebiet betrachtet. Sorgen bereitet den tschechischen Behörden insbesondere die Ausbreitung der britischen Variante. Seit Freitag isoliert das nördliche Nachbarland deshalb mehrere regionale Hotspots - zwei Bezirke im Westen an der Grenze zu Deutschland und einer im Norden des Landes. Österreich hat zu Tschechien wie zu allen Nachbarländern die Grenzkontrollen verschärft. Pendler müssen sich registrieren und einmal pro Woche einem Corona-Test unterziehen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tschechien liegt derzeit bei 492. Seit Pandemiebeginn gab es mehr als eine Million nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 18.000 Todesfälle - bei rund 10,7 Millionen Einwohnern. In Österreich gab es bisher insgesamt 433.487 positive Corona-Testergebnisse. 8.211 Personen sind im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben und 411.199 wieder genesen. Die Sieben-Tages-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen in diesem Zeitraum pro 100.000 Einwohner - lag am Sonntag bei 108,4.

Ersatztermin wird gesucht

Ein Ersatztermin werde gesucht, hieß es aus dem Bundeskanzleramt. Babis wollte am Montag ursprünglich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen und Informationen zu Coronatests an den Schulen einholen. Auch ein Besuch der tschechischen Komensky-Schule in Wien-Landstraße war für 8.00 Uhr früh geplant. Bei dem Treffen der tschechischen Minderheitsregierung in Prag, das um 14.00 Uhr angesetzt ist, geht es um das Pandemiegesetz und Antigetests.

Für etwas Verwirrung sorgte die Tatsache, dass Linienflüge aus Prag am Montag in der Früh sehr wohl abheben konnten. Laut der Sprecherin des zivilen Prager Flughafens in Ruzyne, Katerina Pavlikova, gab es auf dem Vaclav-Havel-Flughafen keine Störungen. Sie wies gegenüber der APA aber darauf hin, dass das Wetter auf dem militärischen Flughafen in Kbely, von dem aus die Regierungsflieger abfliegen, am anderen Ende der Stadt anders sein könne. Die Sprecherin des Flughafens in Kbely wollte sich dazu nicht äußern und verwies auf die Erklärung der tschechischen Regierung.

(APA/red)

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