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Bessere Beziehungen zum Iran

Bush hat eine Verbesserung von politischen Zugeständnissen Teherans abhängig gemacht. Trotz Unterstützung für die Erdbebenopfer hält er an der Kritik an Teheran fest.

Die iranische Regierung müsse inhaftierte Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida ausliefern, ihr Atomprogramm aufgeben und das Land demokratisieren, forderte Bush.

Der US-Präsident begrüßte, dass Teheran die amerikanische Hilfe für das Erdbebengebiet akzeptierte. „Wir zeigen den Iranern, dass das amerikanische Volk Anteil nimmt, dass wir großes Mitleid für menschliches Leid haben”, sagte Bush im südtexanischen Falfurrias. Er betonte, die USA unterstützten die Demokratiebewegung im Iran: „Die iranische Regierung muss auf die Stimmen derer hören, die sich nach Freiheit sehnen.”

Vor zwei Jahren hatte Bush den Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea als „Achse des Bösen” bezeichnet. In den vergangenen Tagen gab es jedoch Anzeichen für eine Entspannung der Beziehungen. So lockerten die USA am Mittwoch ihre Ausfuhrbestimmungen für den Iran, um den Erdbebenopfern zu helfen.

Im staatlichen iranischen Radio wurde Bush vorgeworfen, er habe erneut versucht, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen. Bush habe demonstriert, dass die USA ihre feindliche Politik gegenüber dem Iran nicht verändert hätten. Washington habe erneut versucht, seine heuchlerische Politik umzusetzen und eine Spaltung zwischen dem iranischen Volk und der Regierung herbeizuführen, hieß es weiter. Dies werde jedoch nicht gelingen.

Wie die „Washington Post” indessen berichtete, wollen die USA eine hochrangige humanitäre Delegation in den Iran schicken. Dieser Delegation solle auch ein Mitglied der Familie Bush angehören, berichtete die Zeitung am Donnerstagabend auf ihrer Internetseite. Es wäre das erste Mal seit der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979, dass Vertreter Washingtons offiziell Iran besuchen. Der Iran habe auf den Vorschlag noch nicht reagiert, berichtete die „Washington Post” unter Berufung auf US-Regierungskreise.

Die Familie eines bei dem Erdbeben getöteten amerikanischen Touristen hofft auf eine Entspannung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Die Iraner hätten sich sehr bemüht, ihren Bruder zu retten, sagte Tam Dell’Oro, die Schwester des Verstorbenen, an Donnerstag. „Wenn sein Tod irgendeinen Sinn hatte, dann hoffentlich den, dass die Amerikaner das Mitgefühl der Iraner besser verstehen lernen.”

Das Opfer, Tobb Dell’Oro, war mit seiner Verlobten im Iran im Urlaub. Die Verlobte überlebte das Erdbeben schwer verletzt. Zum Verhängnis wurde dem Paar der spontane Entschluss, statt in einem im Voraus gebuchten Hotel etwas außerhalb von Bam in einer traditionellen Herberge direkt in der Altstadt zu übernachten. Der Altbau brach bei dem Erdbeben zusammen, das Hotel blieb nahezu unversehrt. Die dort untergebrachte iranische Reiseführerin organisierte sofort einen Rettungstrupp für das amerikanische Paar, so dass zunächst beide lebend aus den Trümmern gezogen werden konnten. Der 41-jährige Dell’Oro starb aber auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die USA und der Iran unterhalten seit einem Vierteljahrhundert keine diplomatischen Beziehungen mehr. Diese wurden nach der Besetzung der US-Botschaft in Teheran im November 1979 durch Anhänger von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini abgebrochen.

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