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Beslan: Offiziell 322 Tote, darunter 155 Kinder

Bei dem Geiseldrama in Beslan sind nach offiziellen Angaben 322 Menschen getötet worden. Unter ihnen seien 155 Kinder, teilte der stellvertretende Generalstaatsanwalt  in Beslan mit.     | Flash-

Das gewaltsame Ende des Geiseldramas in Beslan hat über 320 Menschen das Leben gekostet. Bis Samstagmittag wurden bereits 322 Leichen aus der am Freitag von Sicherheitskräften gestürmten Schule geborgen, wie die Nachrichtenagentur ITAR-Tass unter Berufung auf den stellvertretenden russischen Generalstaatsanwalt Sergej Fridinski berichtete. Unter den Toten seien 155 Kinder. Präsident Wladimir Putin ordnete die Schließung der Grenzen der Republik Nordossetien an, um die Suche nach geflohenen Geiselnehmern zu erleichtern.

Es handle sich nicht um eine endgültige Zahl, da die Identifizierung der Leichen noch nicht abgeschlossen sei, fügte Fridinski hinzu. Die Zahl der Toten werde sich daher möglicherweise noch „geringfügig“ erhöhen.

An dem Überfall auf die Schule am Mittwoch seien über 30 Extremisten beteiligt gewesen, sagte der regionale Chef des Geheimdienstes FSB, Waleri Andrejew. Drei konnten nach Fernsehberichten entkommen. Von den getöteten Geiselnehmern stammten nach Angaben Andrejews zehn aus arabischen Staaten.

Putin traf am Samstagmorgen in Beslan ein. „Ganz Russland leidet mit euch“, versicherte er den Einwohnern. „Selbst neben den grausamsten Anschlägen in der Vergangenheit nimmt dieser Terrorakt einen besondern Platz ein, weil er gegen Kinder gerichtet war“, sagte der Präsident, der auch einige der Verletzten im Krankenhaus besuchte.

Protschetschenische Extremisten hatten die Schule am Mittwoch, dem ersten Schultag nach den Sommerferien, besetzt und etwa 1.200 Kinder, Lehrer und Eltern als Geiseln genommen. Die Erstürmung war nach Angaben der Behörden nicht geplant. Nach einigen Explosionen am Freitag nutzten mehrere Geiseln die Gelegenheit zur Flucht, woraufhin die Extremisten das Feuer eröffneten. Sicherheitskräfte und bewaffnete Bewohner schossen zurück, um den Flüchtenden zu helfen. Schließlich stürmten Eliteeinheiten das Schulgebäude.

Die Feuergefechte dauerten zehn Stunden lang an. Ein Experte sagte dem Fernsehsender NTW, die Geiselnehmer hätten Sprengstoffgürtel getragen, Bomben an Basketballkörben in der Turnhalle befestigt und andere im Gebäude verteilt.

Drei oder vier Geiselnehmer seien nach der Stürmung der Schule geflohen, berichteten russische Medien. Drei Terroristen wurden dem Fernsehsender Kanal Eins zufolge festgenommen, als sie versuchten, in Zivilkleidung zu entkommen. Radio Echo Moskau meldete, eine mutmaßliche Geiselnehmerin sei vor einem Krankenhaus aufgegriffen worden.

Bei dem blutigen Drama am Freitag waren 704 Menschen verletzt worden, darunter mehr als 200 Kinder. „Wir operieren rund um die Uhr“, sagte Kasbek Gussow, Arzt im Unfallkrankenhaus von Wladikawkas, der nordossetischen Hauptstadt. Von den 208 Verletzten, die in seine Klinik gebracht worden waren, seien noch 30 in höchster Lebensgefahr.

Vor dem Haus der Kultur, in dem der Einsatzstab untergebracht war, warteten am Samstag Dutzende von verzweifelten Eltern auf Informationen über das Schicksal ihrer vermissten Kinder. Bis zum frühen Nachmittag waren in Beslan noch keine Listen mit den Namen der Opfer erstellt worden.

Putin mahnte, das Geiseldrama dürfe nicht dazu führen, dass sich die ethnischen Spannungen im Nordkaukasus verschärften. Damit hätten die Extremisten ihr Ziel erreicht, erklärte der Präsident am Samstag. „Jeder, der einer solchen Provokation nachgibt, unterstützt in unseren Augen den Terrorismus“, sagte er.

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