Beschwerden rascher behandeln

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Die Sorgen und Anliegen der Mieter im Wiener Gemeindebau sollen in Zukunft besser gehört und rascher behandelt werden. Das hat der neue Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S) angekündigt.

Generell ortet Ludwig große Zufriedenheit mit dem Wiener Wohnbau, wobei dieser sich auch weiterhin auf geförderte Bauträgerprojekte beschränken wird: Neue Gemeindebauten wird es nicht geben.

Ludwig denkt daran, das Beschwerdewesen effizienter zu gestalten: „Ich kann mir etwa vorstellen, die Wartezeiten auf eine Entscheidung bei den Schlichtungsstellen zu verkürzen.“ Er wolle diese Fristen deutlich reduzieren. „Damit soll es bespielsweise bei Streitfällen im Zusammenhang mit den Betriebskosten oder der Miethöhe schneller zu einer Entscheidung kommen“, sagte Ludwig.

Weiters sollen unterschiedliche Beschwerdeeinrichtungen zusammengeführt – und die Kontrolle der erledigten Arbeiten verbessert werden. Ludwig möchte auch die Mieterbeiräte und damit die Mietermitbestimmung stärken. Zuständig ist der Wiener Wohnbaustadtrat nur für Gemeindewohnungen. In Sachen Beschwerdemanagement soll aber auch der Kontakt zu den Wohnbauträgern „intensiviert“ werden, betonte er. Ausgebaut wird auch das Instrument der Gebietsbetreuung.

Neue Gemeindebauten wird es – wie schon seit 2004 – laut Ludwig nicht geben. Die Zusammenarbeit mit den Bauträgern habe sich bewährt, auch die bisherige Förderstruktur. Diese sei verantwortlich dafür, dass sich auch Durchschnittsverdiener eine Wohnung in Wien leisten könnten: „Wir setzen ja das Instrument der Wohnbauförderung ein – und sehen das auch als Beitrag, auch leistbare und erschwingliche Wohnungen für junge Menschen, aber auch für Familien zu bewerkstelligen.“

Er werde sich bemühen, dass der Anteil an geförderten Wohnungen in Wien weiter hoch bleibe. Und bei den Verhandlungen zum Finanzausgleich im Jahr 2008 werde er darauf drängen, dass die Wohnbauförderung erhalten und ausgebaut werde, versprach Ludwig.

Laut dem neuen Ressortchef konnte der Absiedlungs-Trend in Wiener Umlandgemeinden gestoppt werden. Es gebe inzwischen sehr gute Projekte in Wien, die Urbanität und Grünraum verbinden. Wobei es auch großes Interesse gebe, innerstädtische Stadtentwicklungsgebiete zu forcieren: „Ich denke zum Beispiel an den (ehemaligen, Anm.) Nordwestbahnhof, aber auch beispielsweise an die großen Kasernen, die in Wien aus mehreren Gründen ein attraktives Raumangebot stellen.“

Michael Ludwig war zuletzt nicht nur Gemeinderat, sondern ist auch Vorsitzender des Verbandes der Wiener Volksbildung. In dieser Funktion habe er viele Bau- und Sanierungsprojekte begleitet, was eine gute Voraussetzung für die Leitung des Wohnbauressorts sei, versicherte er.

Seinem Vorgänger und nunmehrige Verkehrsminister Werner Faymann (S) wurde nachgesagt, dass seine Medienarbeit häufig über Inserate und Kooperationen mit Tageszeitungen gelaufen sei. Dazu Nachfolger Michael Ludwig: „Es hat sicher jeder seinen Stil. Werner Faymann hat einen bewährten Stil gehabt, und ich werde sicher einen etwas anderen pflegen. Aber es ist sicher wichtig und entspricht auch unserer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, dass wir große Projekte auch vorstellen.“

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