Berlusconi beschwert sich über Medien-Kritik

Der Regierungschef fühlt sich ungerecht behandelt
Der Regierungschef fühlt sich ungerecht behandelt ©APA (epa)
Der italienische Ministerpräsident Berlusconi hat die Kritik des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RAI an seiner Mitte-Rechts-Regierung als inakzeptabel zurückgewiesen. Das sei auch die Meinung der großen Mehrheit der Italiener, sagte der Regierungschef gegenüber dem RAI-Hörfunk. Berlusconi attackierte außerdem die linksliberale Zeitung "La Repubblica" für ihre Berichte über sein Privatleben.

Berlusconi hatte sich schon am vergangenen Freitag über die seiner Ansicht nach zu regierungskritische Berichterstattung der von RAI 3 gesendeten Nachrichten TG3 beschwert. “Die RAI ist die einzige staatliche TV-Anstalt der Welt, die mit den Geldern der Öffentlichkeit die Regierung angreift. Die RAI sollte weder die Opposition noch die Regierung attackieren”, so Berlusconi.

Seine Kritik an der RAI löste hitzige Reaktionen aus. “Berlusconi duldet nicht, dass in den RAI-Tagesschauen über Armut, die wirtschaftliche und soziale Krise berichtet wird. Sein Angriff auf die RAI gefährdet den Pluralismus in Italien”, sagte der RAI-Journalist Giuseppe Giulietti. Italiens stärkste Oppositionspartei PD (Demokratische Partei) kündigte für September eine große Demonstration zum Schutz der Meinungsfreiheit in Italien an. “Berlusconi akzeptiert keine Kritik.”

Berlusconi ist gleichzeitig Regierungschef und der Besitzer der drei größten Privatsender des Landes. In den vergangenen Jahren hatte die RAI einige Sendungen aus dem Programm genommen bzw. nehmen müssen, die als besonders Berlusconi-kritisch galten. Bereits Ende Juni hatte der Ministerpräsident dazu aufgerufen, keine Anzeigen mehr in der regierungskritischen “La Repubblica” und in dem zur selben Verlagsgruppe gehörenden Magazin “L’Espresso” zu schalten.

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