Über Bekannte hergefallen

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Eigentlich wollte Christian R. bei seiner Bekannten nur das Schloss reparieren. Doch plötzlich fiel der 43-Jährige über die Frau her, vergewaltigte und quälte sie zwei Stunden lang, bis sie fast ohnmächtig wurde.

Der ehemalige Berufssoldat und Wachmann, der sich an die Geschehnisse am 22. März in einer Wiener Wohnung nicht mehr erinnern will, musste sich am Montag wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

Verhandelt wurde vor Geschworenen, weil das Opfer eine schwere Körperverletzung – eine posttraumatische Belastungsstörung – davon trug. Der Angeklagte bekannte sich schuldig, hat aber keine Erinnerung mehr an seine Tat. „Ich hatte ein Blackout, einen Filmriss“, sagte er zu Richter Andreas Böhm.

Seine Bekannte kenne er seit etwa drei Jahren, man sei sich nie sexuell näher gekommen, sondern rein freundschaftlich verbunden gewesen. „Sie war Kellnerin in einem Lokal, in das ich gerne gegangen bin“, erzählt der Beschuldigte. An dem Tag im März habe man sich, wie schon so oft, auf ein Bier getroffen. „Ich habe ihr Geld geborgt und das wollte sie mir zurückzahlen“, so der 43-Jährige. Schon ein paar Krügerln intus, hatte Christian R. in dem Lokal noch einige Seiderln konsumiert. Als ihn seine Bekannte bat, nach dem Schloss zu schauen, sei er mit ihr in ihre Wohnung gegangen. „Dort habe wir dann Schnaps getrunken.“ An die sechs Stamperln soll er zu sich genommen haben. „Dann setzt der Filmriss ein.“

Plötzlich fällt er dort über die Frau her. Zwei Stunden lang soll der 43-Jährige seine Bekannte dann geschlagen, gequält und brutalst missbraucht haben. Von den Übergriffen machte Christian R. mit seiner Digitalkamera Fotos. Die Frau weinte und bat ihn, aufzuhören. Erst nachdem er seine Bekannte unter die kalte Dusche gestellt hatte, setzt seine Erinnerung wieder ein. Er hüllt die Frau in ein Badetuch und bot ihr an, die Polizei zu rufen. „Warum haben sie die Polizei-Notruf-Nummer auf ihrem Handy eingetippt, wenn sie sich an nichts erinnern können“, fragt der Richter. „Ich hab danach nur gewusst, dass ich einen Riesenblödsinn gemacht habe.“

Der 43-Jährige legt den Chip seiner Digitalkamera hin und geht. Am nächsten Tag wird er auf seiner Dienststelle festgenommen. Auf seinem Computer findet die Polizei Fotos und Videos, wo Frauen brutal behandelt werden. „Wie ist denn ihr Verhältnis zu Frauen“, fragt der Richter. „An sich problemlos.“ So etwas sei ihm vorher noch nicht passiert.

Laut gerichtspsychiatrischem Gutachten empfinde der Angeklagte Lust bei Aggressionen, das sei aber nur angedeutet vorhanden. Eine Bewusstseinsstörung durch den Alkohol könne man ausschließen. Mit einem Urteil wurde noch für Montag gerechnet.

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