Bemühungen um Kontensperren gegen Gaddafi teils erfolglos

Die internationalen Bestrebungen, dem libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi den Geldhahn zuzudrehen, laufen einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge in einigen Teilen der Welt ins Leere.
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Obwohl die USA und die Europäische Union bereits 60 Milliarden Dollar (41,1 Mrd. Euro) an Investitionen oder auf Bankkonten eingefroren haben, scheuten sich viele Länder mit starken wirtschaftlichen Beziehungen zu Libyen, Guthaben von Gaddafi zu sperren, berichtete die Zeitung am Sonntag. Dazu gehörten die Türkei sowie Kenia und andere afrikanische Länder.

Es gebe auch Staaten ohne politische oder wirtschaftliche Kontakte zu Libyen, die bisher noch nichts unternommen hätten, hieß es in dem Bericht weiter. Vielen würden aber auch die technischen Möglichkeiten fehlen, um Guthaben Gaddafis aufzuspüren.

Gadaffi transferiert Milliarden

Seit Beginn der Widerstandsbewegung Mitte Februar habe Gaddafi Milliarden an US-Dollar aus dem Ausland zurück nach Tripolis transferieren können, berichtete die “Los Angeles Times” unter Berufung auf nicht näher genannte Behördenvertreter. Die genaue Höhe sei nicht bekannt, da Gaddafi vermutlich in viele Unternehmen und Finanzinstitutionen investiert habe, die seine Beteiligung nicht offenlegten.

Der UNO-Sicherheitsrat belegte Gaddafi, seine Familie und Vertraute im Februar und im März über Resolutionen mit Kontensperrungen. Bestrebungen der USA und der Europäischen Union, dem Machthaber stärker den Geldhahn zuzudrehen, lehnen Indien, China und Russland ab.

Libysche Rebellenstadt Misrata unter Beschuss

Nach dem Rückzug der Regierungssoldaten ist die libysche Rebellenbastion Misrata nach Angaben der Aufständischen erneut unter schweren Beschuss geraten. Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi hätten in den frühen Morgenstunden mit der Bombardierung der westlichen Stadt begonnen, sagte ein Rebellensprecher am Sonntag. Sie dauerte auch am Vormittag an.

Ziel seien das Stadtzentrum sowie drei Wohnviertel gewesen. “Die Situation ist sehr gefährlich.” Bei den erbitterten Kämpfen um die drittgrößte Stadt des nordafrikanischen Landes sind Hunderte Zivilisten ums Leben gekommen.

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