Belvedere-Marmorsaal wird restauriert

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Der Ort der Staatsvertragsunterzeichnung zeigt sich zum großen Festakt am 15. Mai 2005 in „neuem, alten Glanz“ - Carlone-Fresko war im Zweiten Weltkrieg beschädigt worden.

Während das Jubiläumsjahr 2005 schon seine zahlreichen festlichen Schatten vorauswirft, werden derzeit an einem seiner wichtigsten Schauplätze, dem Wiener Belvedere, die Schatten der Zeit entfernt: Der 1721 bis 1723 errichtete und mit einem zentralen Carlone-Fresko geschmückte Marmorsaal, wo 1955 der österreichische Staatsvertrag unterzeichnet wurde, wird restauriert. Zum festlichen Staatsakt am 15. Mai 2005, wo 50 Jahre Staatsvertrag gefeiert und einen Tag später die große Jubiläumsausstellung „Das neue Österreich“ eröffnet wird, soll der Saal in neuem, altem Glanz erstrahlen, hieß es heute, Freitag, bei einem Pressegespräch, wo das „work in progress“ präsentiert wurde.

Das Jubiläumsjahr erwies sich für das Belvedere als gute Gelegenheit, die zeitgemäße Reinigung und Restaurierung des im Zweiten Weltkrieg beschädigten und 1948 nach damaligen Stand der Technik und unter schweren Bedingungen restaurierten Saales anzugehen, so Direktor Gerbert Frodl. Nach einer Vorstudie des Bundesdenkmalamts, die 2003 den verborgenen Glanz der Deckenmalerei zeigte, und angesichts des anstehenden Repräsentationsaktes am Ort der Staatsvertragsunterzeichnung seien Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Kunststaatssekretär Franz Morak (beide V) „gar nicht schwer zu überzeugen gewesen“, so Frodl. Die Gesamtkosten von 500.000 Euro trägt das Wirtschaftsministerium.

Carlo Carlones (1686 – 1775) rund 400 Quadratmeter großes Fresko zeigt den Belvedere-Bauherren Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736), wie er als strahlender Held unter die Götter des Olymp aufgenommen wird. Doch ganz so strahlen wollte das Deckengemälde „Apotheose des Prinz Eugen“ zuletzt nicht mehr. „Der Raum hat immer homogen gewirkt. Nur eben homogen grau“, sagte Manfred Koller vom Bundesdenkmalamt.

Auch der Belvedere-Garten wird an den ursprünglichen Barock-Zustand zurückgeführt und bald „ein völlig neues Bild“ (Frodl) geben. U. a. sollen auch die Wasserspiele wieder aktiviert werden. Eine Ausstellung des Bundesdenkmalamtes wird sich, ebenfalls im Jubiläumsjahr, mit der Rettung der kriegsbeschädigten Denkmäler Österreichs auseinander setzen.

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