Belgrad: Wiener Erzbischof trifft serbisch-orthodoxen Patriarch

Der Wiener Erzbischof ist derzeit in Belgrad.
Der Wiener Erzbischof ist derzeit in Belgrad. ©APA/Georg Hochmuth
Am Samstagabend trafen sich der Wiener Erzbischof Kardinal Schönborn und der serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej in Belgrad.

Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn ist am Samstagabend im Rahmen seines Belgrad-Besuchs mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej zusammengetroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs im serbischen Patriarchat standen dabei die Beziehungen zwischen der serbisch-orthodoxen und katholischen Kirche, wie Kathpress am Sonntag meldete.

Kirchenstreit wurde thematisiert

Hinsichtlich des Kirchenstreits zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel wegen der Ukraine sprach der serbische Patriarch von einer “tragischen Situation”, ohne näher ins Detail zu gehen oder für eine Seite offen Partei zu ergreifen. Er hoffe sehr auf eine baldige Lösung des Konflikts. Schönborn bekräftigte die Haltung der katholischen Kirche, in dem innerorthodoxen Konflikt möglichst nicht einseitig Partei zu ergreifen, sondern die bewährte Freundschaft mit allen orthodoxen Kirchen zu pflegen. Er hoffe, dass trotz der aktuell dramatischen Situation in der Orthodoxen Kirche “die Einheitskräfte stärker sein werden als jene der Spaltung”.

Als Geschenk überreichte der Patriarch dem Kardinal das Buch “Die Grundlagen des Kosovo und Metochien – das historische, geistige und kulturelle Erbe des serbischen Volkes”. Die Publikation steht symbolisch dafür, dass die serbisch-orthodoxe Kirche den seit 2008 unabhängigen Kosovo – dessen westlicher Teil in Serbien als “Metochien” bezeichnet wird – bzw. dessen christliches Erbe und die eigenen Wurzeln um keinen Preis aufgeben will. Auch Patriarch Irinej unterstrich gegenüber Schönborn die Bedeutung des Kosovo für die serbische Orthodoxie. Der Kardinal seinerseits überreichte dem Oberhaupt der serbischen Kirche eine Reliquie des Heiligen Andreas, der in der Orthodoxie besonders verehrt wird.

Zahlreiche Bischöfe vor Ort

An der Begegnung nahmen zahlreiche Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirche, der Belgrader katholische Erzbischof Stanislav Hocevar, der Apostolische Nuntius in Serbien, Erzbischof Luciano Suriani, und als Vertreter von Staatspräsident Aleksandar Vucic dessen Generalsekretär Nikola Selakovic teil. Patriarch Irinej zeigte sich dankbar dafür, dass die serbisch-orthodoxen Gläubigen in Österreich so gut aufgenommen würden und nun dort beheimatet seien. Positiv hob er auch hervor, dass die Erzdiözese Wien im Jahr 2014 die Kirche Neulerchenfeld an die serbisch-orthodoxe Kirche übergeben hat.

(APA/Red)

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