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Beirat empfiehlt Rückgabe von Fossilien und Bücher aus Wiener NHM

Das NHM hatte die Stücke in den Jahren 1938 bis 1942 gekauft.
Das NHM hatte die Stücke in den Jahren 1938 bis 1942 gekauft. ©APA/HANS PUNZ
Zwei Fossilien und zwei Bücher, die das Wiener Naturhistorische Museum zwischen 1938 und 1942 erstanden hat, sollen wieder an ihre Erben zurückgegeben werden.

Der Kunstrückgabebeirat hat in seiner heutigen Sitzung die Rückgaben von vier Fossilien und zwei Büchern aus dem Naturhistorischen Museum (NHM) Wien empfohlen. Die Objekte wurden zwischen 1938 und 1942 vom Museum erworben. Weil sie im Zusammenhang mit der Flucht vor bzw. der Verfolgung durch das NS-Regime der ursprünglichen Besitzer standen, wurde die Restitution empfohlen.

Stücke sollen Erben zurückgegeben werden

Die vier Fossilien waren ursprünglich im Besitz des Wiener Straßenbauingenieurs Fritz Illner. Irma Bondy verkaufte die Stücke ihres zuvor nach Frankreich geflüchteten Schwagers im Juni 1938 an das NHM. Vom NS-Regime als jüdisch verfolgt, wurden Fritz Illner, seine Frau Anna sowie Irma Bondy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die Fossilien sollen nun an die Erben nach Fritz Illner zurückgegeben werden.

Das NHM kaufte 1940 und 1942 zwei Bücher vom Antiquar Alfred Wolf, der sie zuvor vom Richter und Uni-Professor Heinrich Klang erworben hatte. Die Bücher waren mit dem Exlibris von Heinrichs Vater, James Klang, versehen. 1942 wurde Heinrich Klang in das NS-Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er Vormundschaftsrichter und Leiter des "Ghettogerichts" wurde. Er überlebte und kehrte 1945 nach Wien zurück, wo er unter anderem als Vorsitzender der Obersten Rückstellungskommission wirkte. Die Bücher sollen nun an die Erben nach Heinrich Klang restituiert werden.

(APA/red)

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