Bei Funden an Sicherheitsbehörden wenden

Raninger: 2003 wurden rund 1.050 Granaten mit Durchmessern von 3,7 Zentimetern bis 12,8 Zentimetern gefunden - Weiterhin Lebensgefahr für 21-Jährigen - Er liegt in der Intensivstation der Universitätsklinik.

Funde von Kriegsreliquien wie Granaten sollten sofort an die Sicherheitsbehörden gemeldet werden. Diesen dringenden Rat gab die Leitern der Abteilung für Forensik und Technik im Bundeskriminalamt (BK), Andrea Raninger am Donnerstag, nach der Explosion eines Geschützes in Wien. „In keinem Fall sollte man selbst Hand anlegen“, warnte sie.

Wird eine solche gefährliche Sprengladung gemeldet, rückt „in kürzester Zeit der Entminungsdienst“ des BK an, so Raninger. Diese Spezialisten analysieren den Fund und können ihn bei Bedarf sicher vernichten. Im Vorjahr seien insgesamt 1.050 solcher Entdeckungen gemeldet worden. Dabei handelte es sich um Granaten mit Durchmessern von 3,7 Zentimetern bis 12,8 Zentimetern, sagte die Kriminalistin.

Explosion durch Reibungshitze
Bei dem Geschütz, das zu dem tragischen Unglück in Simmering Mittwoch Abend geführt hatte, handle es sich um eine Panzergranate, die von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden sei. Die Patrone sollte Panzerfahrzeuge durchdringen und erst im Inneren des Fahrzeuges ihre verheerende Sprengwirkung entfalten, erklärte Raninger. Zu der Detonation sei es gekommen, weil der 21-jährige Markus K. versucht habe, „mit einer Bohrmaschine in den Zünder zu bohren“. Durch die Reibungshitze sei die Explosion ausgelöst worden.

Für den 21-Jährigen bestehe weiterhin Lebensgefahr, teilte die Ärztliche Direktion des AKH-Wien mit. K. habe sich zahlreiche Verletzungen an den Beinen, den Armen, am Brustkorb, an den Augen und im Gesicht zugezogen. Er befand sich Donnerstagnachmittag in der Intensivstation der Universitätsklinik für Anästhesie und allgemeine Intensivmedizin, wo er künstlich beatmet werde, so das AKH.

Link:

  • 19-Jährige bei Explosion in Simmering getötet

  • Pärchen wollte Sprengsatz entschärfen
  • Redaktion: Claus Kramsl

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Bei Funden an Sicherheitsbehörden wenden
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen