Behinderten-Aktivist sitzt mit Elektromobil in Golling fest

Golling - Der Vorarlberger Behinderten-Aktivist Hans-Jürgen Holzer ist vor einigen Tagen mit seinem Elektromobil in Salzburg angekommen und sitzt nun in Golling fest. Der Grund: Das Ladegerät für seinen 10-km/h schnell fahr­baren Untersatz ist durch einen Blitzeinschlag zerstört worden.

Der 56-jährige Behindertenaktivist hat am Montag, 4. Mai, die Protestfahrt quer durch Österreich in Feldkirch gestartet. Mit seiner achtwöchigen Fahrt (sieben bis acht Stunden pro Tag) mit dem 10-km/h-Elektromobil will er gegen die Pensionsproblematik von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. In jeder Landeshauptstadt will er sich mit der dortigen Polit-Prominenz treffen.

Vor einigen Tagen ist Holzer im Salzburger Land angekommen.”Die Reise bis hierher ist eigentlich sehr gut gelaufen und auch gesundheitlich bin ich noch gut drauf”, meint Holzer im S24-Interview. Doch dann musste der 56-Jährige feststellen, dass ihm das Gewitter Dienstagabend in Salzburg einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. “Ich konnte das Elektrofahrzeug über Nacht bei einem Bauernhof in Tenneck bei Werfen an eine Steckdose anstecken. Doch dann kam plötzlich gegen 20:30 Uhr ein heftiges Gewitter. Durch einen Blitz bekam das Ladegerät Überspannung – und der Strom war weg”, schildert der Behinderten-Aktivist gegenüber Salzburg24. “Nun sitze ich hier in Salzburg fest, das Ladegerät ist völlig zerstört.”

Holzer befindet sich mittlerweile in Golling, wo ihm das Autohaus Toyota Aigner Hilfe zugesagt hat. “Ein Mechaniker bringt mir jetzt die Ersatzteile von der Steiermark nach Salzburg.” Wenn jetzt alles nach Plan laufe, dann könne er vielleicht schon am Donnerstag, spätestens aber am Freitag in Richtung Salzburger Landeshauptstadt aufbrechen. “Ich werde ganz sicher nicht aufgeben”, ergänzt Holzer.

In der Stadt Salzburg wollte er sich eigentlich mit Landeshauptfrau Gabi Burgstaller zum Gespräch treffen. Allerdings habe er vor einigen Tagen ein Mail von ihr bekommen, dass dieses Treffen doch nicht zustande käme. “Sie meinte in diesem E-Mail, dass es nicht notwenig sei, sich mit mir zu treffen”, so Holzer. “Die einzige Partei, die sich mit mir treffen wird, sind die Grünen, alle anderen wollen nichts von mir wissen.” Aber auch in den anderen Bundesländern habe Holzer Absagen erteilt bekommen – so etwa in Tirol von Landeshauptmann Günther Platter und auch in Wien von Sozialminister Rudolf Hundstorfer. “Es ist so, wie ich vermutet habe, nämlich, dass den lieben Herrschaften die “Muffn” geht und sie eh machen, was sie wollen”, meint der verärgerte Aktivist.

Dennoch wolle er nicht aufgeben und “seine Mission” erfüllen. Ende Juni wird er in Wien ankommen – so sein Plan. Allzu lange will er seine Zelte dort jedoch nicht aufbauen – in der Heimat sei es doch immer noch am Schönsten. “Die Reise zurück werde ich dann aber mit dem Zug antreten.”

 

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