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Beherrscher der Lederkugel

Wie oft fiebern die Fußballfans unter uns vor der heimischen Glotze, wenn wieder mal 22 Spieler plus Schiedsrichter auf dem Rasen, der die Welt bedeutet, um die Wette dribbeln.  

Und wie oft hat die Favoritenmannschaft schon eine Chance vergeigt. Ab sofort hat das Konsequenzen. Zumindest, wenn es nach dem neuen Fußball Manager 07 von Electronic Arts geht. Erstmals in der Geschichte der mausgrauen Managersims darf der geneigte Gamer aber selbst auch als Spieler aufs Feld und das Schicksal seiner Mannschaft mitbestimmen. Wenn man auch Fußballmanager 07 primär deswegen zockt, um Manager und Trainer in Personalunion einzunehmen.

Da geht’s nicht darum, das Leder selbst herumzuschubsen, sondern um die Mannschaftsaufstellung, Spieltaktiken, Finanzen, Stadionausbau, Fanbeziehungen, die lästige Presse und Transfers. Aber solch trockener Bürokram und Zahlenjongliererei kann natürlich auch an Co-Trainer oder Chefscout delegiert werden. Wenn das in die Hose geht, hält aber der Manager seinen Hut hin und darf selbigen nehmen, wenn er vom Vereinspräsident die rote Karte kriegt. Wie im realen Fußballmanagerleben helfen dagegen nur gute Bilanzen und Siege. Zur Aufbesserung seines Verhältnisses zum Präsi kann man nun mit selbigen Golf spielen gehen. Dagegen könnte aber die Frau rebellieren, die allein zuhause sitzt. Fußballmanager haben in FM 07 nämlich ihr Privatleben zurück. Manager dürfen nun wieder heiraten, Autos kaufen und eben Golf spielen

Das schafft Erholung vom Manageralltag, der sich in erster Linie im Teambildschirm der eigenen Mannschaft abspielt. Die einzelnen Spieler haben wie in den Vorgängern Stärkewerte, und andere detaillierte Eigenschaften wie Fitness und Motivation und sind einem Typus zugeordnet, wie „Spielmacher“, „Dribbler“ oder „geht steil“. Anhand dieser Eigenschaften erfährt der geneigte Fan seine Erfüllung im bestmöglichen Auf- und Einstellen des Teams, Anfänger können sich aber auch vom Co-Trainer eine Formation vorschlagen lassen. Hilfreich für die eigenen Entscheidungen ist das vom Vorgänger übernommene Match-Analyse-Tool, wo man abschließend umfassende Statistiken zu jedem Spiel abrufen und so schnell sehen kann, ob die Entscheidung der Aufstellung eine richtige war.

Die eigentlichen Matches kann der Trainer entweder im 3D Modus bestaunen, oder kann sich darauf beschränken, sich durch Textwüsten zu wühlen. Am realistischen ist sicher der 3D Vollbildmodus, in dem der Trainer anhand gewisser Aktionen die Auswirkungen seiner Entscheidungen in Echtzeit sieht und analysieren muss. Dabei sind unterschiedliche Perspektiven wählbar. Über den Köpfen der Spieler können Daten eingeblendet werden, wie zum Beispiel die aktuelle Fitness. Wer den FM 07 bevorzugt in diesem Modus genießen will, dem sei ein leistungsfähiger PC ans Herz gelegt, ansonsten könnten die Ladezeiten ins unermessliche steigen. Wers trockener aber übersichtlicher mag, greift zur ausführlichen Textberichterstattung in raffiniert zusammengesetzten Textbausteinen.


Fazit:

Summa summarum ist Fußballmanager 07 nicht bloß ein lauwarmer Aufguß der Vorjahresmodelle, sondern meiner Meinung nach die beste Software dieser Art für Fans des runden Leders, die gerne einmal selbst ins Spielgeschehen eingreifen. Einige lustige Extras wie das Privatleben des Managers, die zu wählende 3D Sicht, oder die Möglichkeit, als Spieler selbst ins Geschehen einzugreifen, geben der Serie neuen Pepp. Obwohl das Spielprinzip recht trocken und kompliziert erscheint, und nicht jedermanns Sache sein wird: Diese Features machen es auch Einsteigern leicht, zudem weil Cotrainer und Chefscout einem auf Wunsch Arbeitserleichterungen schaffen. So findet jeder Fußballbegeisterte seinen Weg in diesem Titel – einer der besten des Genres.

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