Baywatch - Trailer und Kritik zum Film

Nach dem "A-Team", "CHiPs" und "Power Rangers" nun also "Baywatch": Serien-Trash der 80er und 90er Jahre ist in Kinoversion offensichtlich immer noch en vogue. So macht es für Hollywood-Produzenten wohl durchaus Sinn, einer der erfolgreichsten Fernsehserien überhaupt ein Spin-Off zu spendieren und die damit Rettungsschwimmer von Malibu erneut zum Einsatz zu rufen.
Baywatch: Bilder vom Film

Passend zur Sommerzeit hat man dazu zwar auch erneut den Star der TV-Serie, David Hasselhoff, an Bord geholt, jedoch nur für einen kleinen Gastauftritt. Statt dessen stark-behaarter Brust darf man nun den gestählten und tätowierten Oberkörper des talentierten Ex-Wrestlers Dwayne “The Rock” Johnson in gewohnter Manier – also glamourösen Zeitlupeneinstellungen – auf der Kinoleinwand begutachten.

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Damit natürlich nicht genug, lag doch Erfolg und unweigerlich auch das wortwörtliche Hauptaugenmerk der Serie bzw. jenes der Zuseher auf den sekundären Geschlechtsmerkmalen der weiblichen Besetzung. Dieser Tradition folgend wird auch in der Filmversion von “Baywatch” einiges “geboten” und so dürfen neben dem Model Kelly Rohrbach auch Alexandra Daddario (“San Andreas”, auch schon mit The Rock) und “Miss World 2000”-Gewinnerin Priyanka Chopra in zahlreichen knappen Outfits dem Kult der Fernsehserie nacheifern.

Baywatch – Die Handlung

Was bleibt jedoch übrig, wenn man jene erwähnten Elemente aus dem Gesamtkonstrukt “Baywatch” extrahiert? Ein popkulturelles Phänomen, das abseits von Playboy-Playmates-Fleischbeschau, schrägen One-linern und kitschig-absurden Handlungssträngen nichts bleibendes hinterlassen hat. So kann man zumindest gespannt in den Kinosaal eintreten und sich davon verblüffen lassen, wie und mit welchen Mitteln diese Leere in Spielfilmlänge ausgefüllt wurde.

Zügig wird der durchwegs mit einem Zwinkern vorgeführte “Ton” des Film präsentiert: Nachdem der als Lifeguard-König seines Strandareals verehrte Mitch Buchannon (Johnson) gleich in den ersten Minuten spektakulär ein Leben rettet, mit ihm und dem Geretteten zusammen aus dem Wasser der überdimensionierte “Baywatch”-Schriftzug im Hintergrund auftaucht und all das noch durch drei gleichzeitig in die Luft springende Delphine samt Hip-Hop-Soundtrack untermalen wird ist klar, worauf man sich in den kommenden zwei Stunden gefasst machen sollte. Den Frieden an Mitch’ Strand stört aber nicht nur ein Neuzugang im Team, der in Ungnade gefallene olympische Schwimmer Matt Brody (Zac Efron), sondern auch die regelmäßig angeschwemmten harten Drogen, die das Team der Rettungschwimmer auf die Spur von Victoria Leeds (Chopra) bringt.

Baywatch – Die Kritik

Was sich handlungstechnisch wie ein Folge von “Baywatch Nights” anhört, trifft angesichts des absurden Plots rund um durch Erpressung und Mord wegen in Beschlag genommener Strandgrundstücke auch großteils zu. Der Film “Baywatch” will dabei aber wie eine Satire auf die Serie wirken, spricht dies selbstreflexiv auch in einer Szene an, scheitert jedoch an der unausgewogenen Mischung aus ernsthaften und persiflierenden Handlungelementen.

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Regisseur Seth Gordon schafft diesen Spagat trotz der Tatsache, das er den wohl derzeit genau für diese Aufgabe geeignetsten Schauspieler – Dwayne Johnson – engagiert hat, nicht: Zwar dominiert der Darsteller mit seinem Talent und seiner imposanten Physis jede ihn beinhaltende Szene, aber auch sein Charme vermag nicht die ganze Länge des Films hinweg den belanglosen Unsinn zu überspielen. Der Actionanteil von “Baywatch” überwiegt mit zunehmender Laufzeit und lässt das satirische Element in den Hintergrund treten.

Auch wenn Humor bekanntlich Geschmackssache ist, dürften die abgestandenen Witze rund um eingeklemmte Penisse, eine Muskelmann-verkleidet-sich-als-Frau-Szene oder grundsätzlich jede Aktion des übergewichtigen Nerds Ronnie Greenbaum (Jon Bass) niemanden zum Schmunzeln bringen. Dank mangelnder Chemie aller Darsteller untereinander kann wohl ein Erfolg der Marke “21 Jump Street” nicht wiederholt werden und “Baywatch” wird als trashiges-Spin-Off einer trashigen TV-Serie zusammen mit ähnlichen Vertretern wie etwa “Starsky & Hutch” oder “Ein Duke kommt selten allein” dankenswerterweise umgehend in Vergessenheit geraten.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Baywatch”

(Red. / Alle Bilder: Constantin Film)

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