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Bayern-Lob für Leverkusen: "Da wächst ein Konkurrent heran"

Cup-Viertelfinale-Sieg ging an Bayern München
Cup-Viertelfinale-Sieg ging an Bayern München
Bayern München hat sich am Mittwoch ins Halbfinale des deutschen Fußball-Cups gezittert. Nach dem 5:3-Erfolg im Elfmeterschießen gegen den Liga-Rivalen Bayer Leverkusen lobte der Rekordmeister auch den unterlegenen Gegner. "Wir haben Hochachtung davor, was Leverkusen hier leistet. Wir wissen, dass da ein Konkurrent heranwächst", sagte Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer.


Auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zollte den Bayer-Profis größten Respekt: “Es war das beste torlose Spiel, das ich je gesehen habe. Eigentlich hätte es keinen Sieger verdient gehabt, weil Leverkusen großartig gekämpft und gespielt hat.”

Noch größere Bewunderung hegte er aber für seinen Chefcoach Josep Guardiola, der trotz des Ausfalls eines Prominenten-Quartetts, darunter ÖFB-Star David Alaba, die Münchner weiter auf Kurs zum historischen dritten Titel-Triumph in Serie im DFB-Pokal steuert. “Der Trainer ist genial. Ihm fällt immer etwas ein”, sagte Rummenigge. “Er hat viele Pläne, nicht nur A, B oder C, sondern ich habe den Eindruck, das ganze Alphabet rauf und runter.”

Der 120 Minuten lang am Spielfeldrand gestikulierende, aber beim Elfmeterschießen reglos auf einem Klappstuhl sitzende Spanier selbst wirkte nach dem nervenzehrenden Pokal-Schlagabtausch geschafft. “Es war ein schönes Spiel. Am Ende haben wir gewonnen”, sagte Guardiola nach dem Erfolg über “eine der schnellsten Mannschaften der Welt”.

Ob sich seine Vorfreude auf das Halbfinal-Duell gegen Borussia Dortmund in Grenzen hält oder nicht, ließ er nicht durchblicken: “Wir spielen zu Hause, und wenn du den Pokal gewinnen willst, musst du gegen die besten Mannschaften gewinnen.” Nach dem biederen 1:0 am Karsamstag in Dortmund wollen die Bayern gegen den Vorjahres-Finalgegner im nächsten Duell glanzvoller auftreten. “Dass wir im Halbfinale besser spielen wollen als am vergangenen Wochenende, ist klar”, kündigte Kapitän Philipp Lahm an.

Dem Werksclub aus Leverkusen, der oft über mangelnde Wahrnehmung in Fußball-Deutschland klagte, aber seit 22 Jahren vergeblich einem Titel hinterherjagt, tat die Anerkennung gut. Ein Trost nach dem zweiten Elfmeter-K.o. binnen gut drei Wochen war es nicht. “Zweimal im Elfmeterschießen auszuscheiden, schlimmer geht es nicht”, klagte 04-Verteidiger Roberto Hilbert. Auch in der Champions League Mitte März bei Atletico Madrid war das Aus für die Truppe von Chefcoach Roger Schmidt so besiegelt worden.

Bayerns Goalie Manuel Neuer ebnete mit einem gehaltenen Drmic-Elfmeter den Weg zum Sieg. Den letzten Elfmeter verwertete ausgerechnet Thiago, der nach einem bösen Tritt gegen die Brust von 04-Stürmer Stefan Kießling mit der Gelben Karte gut davongekommen war. Für Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler war es eine “klare Rote Karte”, Thiago selbst beteuerte: “Das war keine Absicht. Es tut mir leid.”

Schmidt sah das Aus nicht als Tiefschlag. “Es ist das Gegenteil davon, das war großartig. Wir haben uns nicht ins Elfmeterschießen hingelogen, sondern in der regulären Spielzeit alles gegeben und in der Verlängerung noch versucht zu gewinnen”, resümierte der Ex-Salzburg-Trainer. Deshalb fürchtet er auch keinen Einbruch. “Das richtet alles andere als Schäden an und wird uns noch stärker machen”, meinte der Coach des Liga-Vierten.

Vorfreude herrscht bei Dortmund vor dem vorweggenommenen Finale am 28. April (20.30 Uhr) gegen die Bayern. “Ein Halbfinale in München ist cool. Das wird ein großes Event werden, und ich habe nicht das Gefühl, dass wir chancenlos sein werden”, kommentierte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Dortmund hatte am Dienstag im Viertelfinale Hoffenheim (3:2) ausgeschaltet.

Im zweiten Halbfinale peilt der Drittligist Arminia Bielefeld am 29. April (20.30 Uhr) zu Hause gegen den Bundesliga-Zweiten Wolfsburg die nächste Sensation an. “Sie haben drei Bundesligisten ausgeschaltet. Dies sollte uns Warnung genug sein. Wer davon ausgeht, dass es ein leichter Abend wird, wird falsch liegen”, sagte VfL-Trainer Dieter Hecking am Donnerstag.

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