BAWAG-Prozess:Schwarzecker schrieb Buch zu Krisenmanagement

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Zu Beginn des 84. Verhandlungstages wurde von Richterin Claudia Bandion-Ortner zunächst der ehemalige BAWAG-Vorstand Josef Schwarzecker befragt.

Die Richterin hatte vom mitangeklagten Ex-Bankvorstand Christian Büttner ein Buch Schwarzeckers über “Krisenmanagement” aus dem Jahr 1993 erhalten und hielt dem Angeklagten daraus einige Passagen vor. “Wenn ich gewusst hätte, dass Sie sich dafür interessieren, hätte ich Ihnen eines gegeben – mit Widmung”, so der Angeklagte.

Schwarzecker schilderte seine Verwunderung über das selektive Erinnerungsvermögen ehemaliger Kollegen, die sich an ganze Tage gar nicht mehr erinnern könnten, bei Vorhalten gegenüber anderen Kollegen jedoch über perfektes Erinnerungsvermögen verfügten. “Mich wundert, dass Kollegen, die nicht wesentlich älter sind als ich, sich an gar nichts mehr erinnern können”, so der ehemalige Bankvorstand.

Wolfgang Flöttl habe dem BAWAG-Vorstand zugesagt, dass er bei den neuen Investments – nach dem ersten Totalverlust im Oktober 1998 – eine “risikoarme Strategie” fahren werde, versicherte Schwarzecker. Mit einem Vergleich beschrieb er seine Risikoeinschätzung: “An sich ist Boot- und Schifffahren nicht risikoreich, nur wenn der Kapitän sagt, alle sollen auf einer Seite sitzen, dann kippt das Boot”. Aus keinem Vertrag mit Flöttl könne herausgelesen werden, dass er den Auftrag gehabt habe, alles auf eine Karte zu setzen, so Schwarzecker: “Nicht wir sind ins Casino gegangen, sondern Flöttl”.

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