BAWAG-Anklage verschärft: 2,5 Mrd. Euro Schaden durch Elsner

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Im BAWAG-Prozess hat heute, am 68. Verhandlungstag, Staatsanwalt Georg Krakow die Anklage teilweise verschärft.

Dem Hauptangeklagten Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner wird nun ein durch Untreue verursachter Schaden von 2,5 Mrd. Euro vorgeworfen. Zu Prozessbeginn waren Elsner “nur” 1,442 Mrd. Schaden angelastet worden.

Elsners Nachfolger an der Bankspitze, Johann Zwettler, wird nun ein Schaden von 1,55 Mrd. Euro angelastet. Zu Prozessbeginn lautete die Anklage gegen Zwettler auf Untreue mit einem Schaden von 1,352 Mrd. Euro.

Bei dem Spekulanten Wolfgang Flöttl wurde die laut Staatsanwaltschaft noch unbekannte Schadenssumme jedenfalls wegen einer Entnahme zu Jahresende 2000 um 20,3 Mio. Euro angehoben. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Alle bekennen sich “nicht schuldig”

Alle neun Angeklagten erklärten sich bei Befragung durch Richterin Claudia Bandion-Ortner betreffend der nun ausgeweiteten beziehungsweise modifizierten Anklage für “nicht schuldig”. Bereits abgegebene Teilgeständnisse von Johann Zwettler, Wolfgang Flöttl und Günter Weninger sind davon nicht berührt.

Die teilweise Anhebung der Schadenssummen ergibt sich auch aus einer Ausweitung des Tatzeitraums: Der bereits 1994 eingetretene “vorläufige Schaden” wurde nun von der Staatsanwaltschaft eingerechnet, da im Prozess immer wieder die Ähnlichkeit der 1995 wieder aufgenommenen Geschäfte der Bank mit Flöttl zu den 1994 von der Bank beendeten früheren Flöttl-Geschäften betont wurde. Schon damals seien die BAWAG-Gelder veruntreut worden, ein “vorläufiger Schaden” genüge.

In der modifizierten Anklage haben sich die Schadenssummen für alle angeklagten früheren BAWAG-Vorstände erhöht. “Jetzt besteht zwischen den drei ehemaligen Vorständen Faktengleichheit”, sagte Staatsanwalt Georg Krakow.

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