Baustopp für Belo Monte-Staudamm in Brasilien

Im Rechtsstreit um den Bau des umstrittenen Amazonas-Kraftwerks Belo Monte hat ein brasilianisches Gericht erneut einen Baustopp verhängt. Grund seien nicht erfüllte Umweltauflagen, berichtete Kathpress am Mittwoch unter Verweis auf lokale Medien. Die Bauarbeiten am Xingu-Fluss wurden vorerst fortgesetzt, im Falle eines Nicht-Beachtens des Baustopps droht eine Strafe von 156.000 Euro pro Tag.


Das Gericht erklärte demnach die von der staatlichen Umweltbehörde IBAMA erteilten Genehmigungen für ungültig, weil Auflagen zur Minderung von Umweltschäden nicht erfüllt worden seien. Das Betreiberkonsortium gab an, noch nicht offiziell über das Urteil informiert worden zu sein. In ähnlichen Fällen war es der Regierung bisher immer gelungen, Gerichtsentscheide innerhalb weniger Tage wieder zu kippen.

Für den Staudamm von Belo Monte im nördlichen Bundesstaat Para soll der Xingu-Fluss auf einer Fläche von 502 Quadratkilometern aufgestaut werden. Für das 10,5 Milliarden Euro teure Projekt müssen laut Regierung 16.000 Menschen umgesiedelt werden, Nichtregierungsorganisationen sprechen sogar von 40.000 Menschen. Die erste Turbine des gigantischen Wasserkraftwerks soll bereits in zwei Jahren in Betrieb gehen, 2019 soll es dann 11.000 Megawatt produzieren und damit 20 Millionen Haushalte versorgen.

Ureinwohner und Umweltaktivisten laufen seit langem Sturm gegen das Projekt. Die in unmittelbarer Nachbarschaft lebenden Stämme fürchten um ihre traditionelle Lebensweise, Umweltschützer warnen vor Kahlschlag und irreparablen Schäden am Ökosystem. Unterstützung in ihrem Kampf erhalten diese vom Indigenen-Missionsrat der katholischen Kirche (CIMI) und dessen Präsidenten, dem aus Vorarlberg stammenden Bischof Erwin Kräutler. Dieser hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, der Kampf gegen Belo Monte sei verloren und das Projekt nicht mehr zu verhindern. Kräutler verwies darauf, dass riesige Flächen bereits abgeholzt und der Kanal zur Umleitung des Xingu gegraben sei.

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