Bashir will trotz Haftbefehl zu UNO nach New York

Trotz eines internationalen Haftbefehls wegen Völkermords will der Präsident des Sudan, Omar al-Bashir, offenbar zur UN-Vollversammlung reisen. Mehrere Menschenrechtsgruppen berichteten am Mittwoch übereinstimmend, Al-Bashir werde zu der jährlichen Konferenz in der kommenden Woche nach New York reisen. Ein Visum sei bereits beantragt.


Die sudanesische UN-Mission wollte die Berichte weder bestätigen noch dementieren. Offiziell ist nur ein Minister für die sieben Tage dauernde Aussprache gemeldet, kurzfristige Änderungen sind aber nichts Ungewöhnliches.

Die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch sprach von einer “Verhöhnung der Opfer des sudanesischen Völkermords”. “Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Hinterbliebenen von Millionen Opfern, wenn der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Präsident des Sudans hier in New York Hof halten könnte. Die UN-Familie sollte ihm klar und deutlich sagen, dass er nicht erwünscht ist”, sagte HRW-Sprecher Philippe Bolopion.

Al-Bashir soll den Menschenrechtsgruppen zufolge ein Visum bei den US-Behörden beantragt haben. Die USA sind dem Vertragswerk um den Internationalen Strafgerichtshof nie beigetreten, unterstützen ihn aber und haben zudem den Völkermord im Sudan immer wieder verurteilt und zum internationalen Thema gemacht.

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