Barroso für Gusenbauer als EU Kommissar

Keine Bestätigung von Gusenbauer und Faymann-Büro
Keine Bestätigung von Gusenbauer und Faymann-Büro ©APA (Archiv/epa)
Im Wettrennen um den künftigen österreichischen EU-Kommissarsposten ist wieder einmal Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer medial ins Spiel gebracht worden. Der "Kurier" berichtet, dass sich Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso den roten Ex-Kanzler als neuen Kommissar aus Österreich wünsche. Im Büro von Bundeskanzler Werner Faymann wurde dies dementiert.

Ein solches Vorgehen würde auch nicht dem Prozedere entsprechen. Ein Kommissionspräsident würde sich nie in die Angelegenheit einzelner EU-Staaten einmischen, wer was werden soll. Laut der Sprecherin des Kanzlers, Angelika Feigl, habe man bei der EU-Kommission in Brüssel von einem absoluten Unsinn gesprochen.

Der “Kurier” berichtete, dass Gusenbauer “Emissäre” im Auftrag von Barroso zu Gast hatte, die den Ex-Kanzler gefragt hätten, ob er bereit wäre, der nächsten EU-Kommission anzugehören – sogar als stellvertretender Kommissionspräsident. Der Grund für das Vorgehen Barrosos sei demnach, die Zustimmung der Sozialdemokraten im EU-Parlament für seine Wiederwahl zu erreichen. Dafür müsse der konservative Portugiese eine ausreichende Zahl herzeigbarer Sozialdemokraten sowie einflussreiche Ressorts aufbieten.

Gusenbauer selbst wollte die Gespräche nicht bestätigen. “Die Frage, wer der nächsten Kommission angehört, muss Barroso mit der Regierung klären. Da mische ich mich nicht ein”. Laut Bericht habe Barroso Faymann sogar ausrichten lassen, dass Österreich bei einem SPÖ-Kandidaten ein wichtiges Ressort erhalte, bei einem Konservativen aber ein weniger einflussreiches Dossier.

Für den Posten des nächsten EU-Kommissars dürfte immer noch die ÖVP die besten Karten haben, allen voran Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer. Im Gespräch sind aber auch immer wieder die frühere Außenministerin Ursula Plassnik und der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel.

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