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Bankskandal in Italien

Nach den Skandalen um die Insolvenz der Lebensmittelkonzerne Cirio und Parmalat droht nun ein weiterer Betrugsfall Italiens Finanzwelt schwer zu belasten.

Geschockt reagierte Italien auf die Initiative der Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Trani, die Ermittlungen gegen Zentralbankchef Antonio Fazio wegen Verdachts der Begünstigung im Zusammenhang betrügerischer Bankengeschäfte aufgenommen hat. Die Ermittlungen stehen laut der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Finanzgeschäften der Privatbank 121, die Tausende Anleger geprellt haben soll.

Im Skandal geht es um „fortgesetzten und schweren Betrug“. Das zur Banca Monte Paschi di Siena gehörende Geldhaus soll mit dem Verkauf hochspekulativer Investmentprodukten Kunden schwer geschädigt haben. Die Anleger seien über die tatsächlichen Gefahren der hochriskanten auf Derivaten beruhenden Finanzprodukte nicht genügend informiert worden sein. Fazio soll unter anderem seine Aufsichtspflichten vernachlässigt haben.

Die Anwälte der geprellten Bankkunden behaupten, dass ihre Mandanten von der Bank 121 Irre geführt worden seien, da die Finanzprodukte als sichere Investitionen dargestellt worden seien. Bereits im Mai 2003 hatte Wirtschaftsminister Giulio Tremonti vor einem Investmentfonds der Bank 121 namens „My Way“ gewarnt, Fazio habe jedoch keine Initiative zum Anlegerschutz ergriffen.

Aus den Reihen von Berlusconis Regierungskoalition wächst der Druck für einen Rücktritt Fazios. Die Beziehungen zwischen der Zentralbank und dem Kabinett Berlusconi sind seit Monaten gespannt. Fazio hatte öfters die wirtschaftliche Linie der Exekutive kritisiert. Experten zufolge will die Regierung Fazios Krisenphase ausnutzen, um einen Wechsel an der Spitze der Banca d’Italia in die Wege zu beschleunigen.

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